Dienstag, 27. Januar 2026

D

 „Zwei Fleischkäsebrötchen.“

„Eins mit einer dicken Scheibe, eines mit einer dünnen Scheibe.“
„Vom Groben, bitte.“
„Ja, so ist es recht mit der dünnen Scheibe.“
„Die dicke Scheibe etwas dicker, bitte.“
„Ja, das kommt in eine Tüte.“
„Gut, dass Sie auf eines der Brötchen mit Edding ein D gemalt haben.“
„Der mit dem D – für dick oder dünn?“
Oder Dick & Doof.

Freitag, 23. Januar 2026

Fit im Pit

 VHS-Kurs: Fit im Pit Überleben im Moshpit ab 60

„Fit im Pit“ ist der neue VHS-Kurs für alle Best Ager, die ihre wilden Jahre nicht hinter sich lassen wollen – sondern mittendrin bleiben.
Vom ersten Stage Dive bis zur rechtlichen Absicherung: Wir bereiten Sie vor auf alles, was der Moshpit verlangt. Und der Orthopäde später wieder richten muss.

Modul 1: Circle Pit Basicslinksrum, rechtsrum oder nur Ringelreihen?

Einführung in die Kunst der rotierenden Bewegung. Dreht sich der Pit um mich – oder ich mich um ihn? Tipps für Tempo, Richtung und den elegantesten Ausstieg, bevor die Puste ausgeht.

Modul 2: Crowd Surfing – trotz 115 kg

Genießen Sie die Schwerelosigkeit. Lassen Sie sich tragen – im Rhythmus. Oder, je nach Tagesform, üben Sie sanft Druck auf die Menge aus. Techniken, Vertrauen und die Kunst, sich tragen zu lassen – auch wenn die Physik offiziell widerspricht.

Modul 3: Stage-Diving-Unfälledie Selbsthilfegruppe

Austausch, Verarbeitung und praktische Tipps für alle, die schon einmal härter gelandet sind als geplant.

Modul 4: Wall of Deathwohin mit dem Rollator

Strategien für Mobilitätshilfen im Ausnahmezustand. Von Parkposition bis Fluchtweg.

Modul 5: In Case Of Recht, Risiko & Rente

Kranken- und Unfallversicherung, rechtliche Fallstricke und Rentenfragen für alle, die lieber jung geblieben wären, es aber nicht bleiben durften.

Modul 6: Exit-StrategienWie dem Wahnsinn entkommen?

Nicht jeder Moshpit endet mit Applaus. Dieses Modul zeigt Ihnen, wie Sie den geordneten Rückzug antreten – mit Würde, Humor und möglichst wenig Prellungen.

Hinweis: Alle Module sind unabhängig voneinander buchbar. Moshpit-Erfahrung nicht erforderlich – nur Mut, Humor und ein stabiler Hüftgurt.




Donnerstag, 15. Januar 2026

Currywurst Retter

Unterwegs.
Und wenn ich unterwegs bin, lande ich früher oder später bei einer Currywurst.

In Dernbach – manche kennen den Ort wegen der Ludolfs – steht ein Imbiss mit einem Namen, der eher nach Durchhalteparole klingt als nach Marketing:

Rettet die Currywurst.

aber gerne doch, helfe ich mit die Currywurst zu retten, 

Currywurst mit Brötchen.
Auf Porzellan.
3,70 €.
Und ich frag mich:
Sind die noch zu retten?
Bei uns werden dafür locker 5 € verlangt.


#curryholic   #currywurstretter


Montag, 12. Januar 2026

Leb' den Traum

Noch dunkel. Ich ziehe die Tür des Ferienhauses hinter mir ins Schloss und stapfe durch frischen Neuschnee Richtung Bäcker. In der Ferne ein grünes Glühen. Bewegt sich unentschlossen, wie etwas, das noch nicht weiß, was es sein will.

Zu tief für eine Drohne. Zu hoch für einen Mähroboter. Ich frage mich kurz, ob hier bereits die ersten Nachbarn ihrer Räumpflicht mit gepimpten Staubsaugrobotern nachkommen. Ein Winter-Bot mit Mood Light? Oder E.T.? Der müsste eigentlich wissen, dass bei dem Wetter nichts mit Fahrradfahren ist.

Das Licht eiert weiter auf mich zu, und langsam erkenne ich: Hubertus von höheren Weihen lebt den Traum. Er sieht sich als heroischen Schlittenhund beim Iditarod, irgendwo auf dem Trail zwischen Anchorage und Nome – während sein Herrchen nur als Handicap mitgeführt wird. Kein Leittier, kein Einfluss, nur Ballast auf zwei Beinen, den Hubertus stoisch in meine Richtung zerrt.

Ein Leuchthalsband im giftigen Neon-Look, damit der Fiffi nicht unter den Schneepflug gerät. Während er durch Eis und Matsch an mir vorbeidackelt, frage ich mich, ob man die Töle eigentlich aufladen muss. USB-C, Micro-USB – oder geht das inzwischen induktiv? Legt man ihn einfach auf die Doging Station – neben den Fitness-Tracker und die Smartwatch?



Sonntag, 11. Januar 2026

Opale

Gedanke des Tages:

Als Schwabe liest und versteht man manches eben anders. Heute Morgen, auf dem Weg zum Bäcker in Hage (Ostfriesland!), blieb mein Blick an einem Schild hängen: WONDERLAND OPALE.

Für einen kurzen Moment dachte ich ernsthaft, hier gäbe es ein Wunderland speziell für Senioren – für den Opa eben. Vielleicht mit bequemen Sesseln, Streuselkuchen und leiser Volksmusik im Hintergrund.

Erst ein paar Schritte später dämmerts mir:
„Opale“, Halbedelsteine. Kein Opa.


Mittwoch, 7. Januar 2026

Mendels Fehlkonstruktion

Gregor Mendel, der Erfinder der Vererbung, hätte sich bei der Menschheit ruhig ein bisschen mehr Mühe geben können.

Sonntag, 4. Januar 2026

Gusticus – Die wahre Geschichte der Currywurst

Currywurst mit Pommes auf einem Teller oben das Logo des Restaurants: Gusticus

Autobahnraststätte Siegburg Ost. Auf dem Teller: die obligatorische Currywurst mit Pommes. Darüber: 

Gusticus

Gusticus – was ist das für ein Name?
Ein Boomer-Witz à la "Gusticus, kommt das von Gustav – ho ho"?
Von Gusto, dem Geschmack? Ziemlich ambitioniert bei der Currywurst.

Gusticus? – Gusticus? Klingt nach Asterix –
und tatsächlich: Diese Spur führt uns zum legendären:

Centurio Gaius Gusticus

Präfekt von Colonia Claudia Ara Agrippinensium anno 38 v. Chr. – oder wie wir sagen würden: Köln im Jahr Minus Achtunddreißig.

Damals verlief dort übrigens die Via Appia Tertia (Appia III) – heute besser bekannt als A3.

Die Ursprünge der Wurst

Die Currywurst wurde ursprünglich in Rom erfunden –
als Salsicia calida cum pulvere orientali.

Ein weiterer Fail der Römer: Calida – angeblich „warm“,
in Wirklichkeit meist lauwarm bis kalt.
Die Germanen, vom Wettergott nicht gerade verwöhnt, machten kurzen Prozess:
Wurst muss heiß. Punkt.

Eingeschleppt wurde sie von Centurio Gaius Gusticus.
Wie Funde an der Grabungsstätte Brenner Mautstation Sterzing zeigen.
Eine invasive Art – nicht nur die Gaiusse,
sondern vor allem die Salsicias.
Oder doch Salsiciä? Noch heute wird gerätselt,
ob sie entkam oder ausgewildert wurde.

Fakt ist:
Sie hat Tofu-Schnitzel, Grünkern-Bratling und Spinat
aus dem Speiseplan der germanischen Legaten verdrängt.

Sie beendigte die germanische
„Fleisch-am-Stiel-Epoche“ – Keulen, Haxen, Flügel, alles mit Griff – annähernd sofort.
Zumal „Fünf Bier sind auch eine Mahlzeit“ noch über 1500 Jahre auf Freigabe durch das „deutsche Reinheitsgebot“ warten musste.
Schon damals war die germanische Bürokratie gründlich, aber nicht besonders flott.

Der deutsche Widerstand – am Spieß

Während der Rest der Welt zivilisiert mit Besteck isst,
blieben wir dem Stil treu – dem Stiel.

Vielleicht war es sogar Widerstand –
gegen das römische Besteckdiktat.

Nicht aus Not, sondern aus Prinzip
begann man, die Currywurst mit kleinen Holzspießchen zu essen –
als symbolischen Knochenersatz.

Die Römer hingegen versuchten vergeblich,
Currywurststücke auf der Gabel zu drehen.

Fazit:
Wer hätte gedacht, dass in jeder Currywurst ein kleines Stück antiker Rebellion steckt?

Gold vs. Ketchup

Der Weg von der Salsicia zur Currywurst
war ein Akt radikaler Ökonomisierung.

Der Römer verband Essen mit Status.
Es wurde nicht gegessen, es wurde repräsentiert.
Die Salsicia kam im Liegen, gerne mit Goldstaub –
nicht wegen des Geschmacks,
sondern weil man es sich leisten konnte, Metall auszuscheiden.
Heute kennt man das als Dubai-Currywurst.

Ganz anders der Germane, speziell der Alemanne:
Arbeit war gottgewollte Frömmigkeit.
Frömmigkeit duldet keine Mittagspause.
Wer im Liegen isst, sündigt am Bruttosozialprodukt.

Also ersetzte man Gold durch Ketchup.
Gleiche Farbe, bessere Haftung, günstiger.
Das teure Gewürz der Cäsaren
wurde zum profanen Currypulver –
maximaler Geschmack bei minimaler Investition.

Die Currywurst ist also die Salsicia des kleinen Mannes
befreit vom Protz, optimiert für den Verzehr im Stehen,
während der Dieselmotor draußen an der Zapfsäule
schon wieder ungeduldig hustet.

Warum eigentlich Gusticus?

Ach, wir waren bei Gusticus, nur weil –
na ja, weil.

Fragen wir anders:
Kennen Sie deutsche Autobahnparkplatztoiletten?

Genau deshalb: Autobahnraststätte.
Deshalb Gusticus.
Und davor: Sanifair – für die Gattin.
Ein Euro fürs Pinkeln.
Dieser Euro kann anschließend bei Gusticus eingelöst werden.
Kann – bzw. muss, wenn man Schwabe ist.

Currywurst mit Pommes: 9,90 € (minus 1 € Sanifair-Pinkelbonus). Klingt fair.

„Ketchup + Mayo dazu?“ – „Klaro.“ – „10,90 €.“

Fuck. Fuck. Fuck.

Was genau ist eigentlich fair an Sani,
wenn man anschließend bei Gusticus geschröpft wird?





Samstag, 3. Januar 2026

ein gutes Neues?

Man kann ein Jahr auf verschiedene Arten beginnen.

Ich war heute schwimmen.
Bombe.

Andere greifen Venezuela an.
Respekt.