Bin ich eher nicht. Und wenn es ums Schwimmen geht, schon zweimal nicht.
Trotzdem gehe ich seit
über drei Jahren regelmäßig schwimmen. Als Ausgleich, für die Fitness, fürs
Wohlbefinden und weil mir das damals in der Reha geraten wurde. Vier- bis
fünfmal die Woche, 30 Minuten.
Für meinen Körper.
Für meinen Kopf.
Für mich.
Und dann gibt es noch die
anderen.
Rasierte Beine, rasierte
Brust, rasiert alles, was sichtbar ist. Badekappe nicht wie aus unserer Jugend,
sondern aus Gummi, mit Aufdruck, gerne auch neonfarbig. Schwimmbrille
mindestens verspiegelt oder besser noch gold-bronze-versprenkelt. Smartwatch oder
Fitnessarmband, eventuell sogar ein Brustgurt, um die Atmung aufzuzeichnen.
Die Badebekleidung: keine
schlabberige Badehose, aber auch nicht diese ordinären Speedos. Man richtet
sich auf seiner Bahn ein. Der Trainingsplan liegt einlaminiert am Beckenrand.
DIN A4.
Und gar nicht zu
vergessen: eine Getränkeflasche.
Eine Getränkeflasche? Im
Wasser? Beim Schwimmen? Ernsthaft?
Ich nehme doch kein
Hähnchen mit zum Wienerwald.
Ich bin immer versucht,
mal demonstrativ ein Weizenglas an den Beckenrand zu stellen.
Wenn man unterwegs Durst
im Wasser bekommt, kann man den stillen. Wieso haben die dann nicht auch eine
Windel an, falls die Flüssigkeit raus muss? Oder nehmen sie deshalb Flüssigkeit
aus einer separaten Flasche?
Ich selbst gehe übrigens
vor dem Schwimmen aufs Klo. Und danach. Nur fürs Protokoll.
Jetzt gehe ich ja nicht
mehr ins Stadtbad Kornwestheim, sondern ins Vereinsschwimmbecken meines
Schwimmvereins. Die Profis sind dort in deutlicher Überzahl. Aber es sind
einfach richtige Profis. Nicht das Pseudo-Gehabe der Wannabes im Stadtbad.
Ich erkenne schon, wer
gleich zur Umkleide reinkommt: Wenn man das hektische Klacken von Radschuhen
hört, dauert es nur noch eine Hundertstelsekunde, bis der zugehörige Athlet
auftaucht, hektisch sein Trikot in die Ecke pfeffert und immer noch im Laufschritt
die Radschuhe aus- und die Badekleidung anzieht.
Und erstaunlich ist, dass
beim echten Triathlon erst das Schwimmen kommt und nicht umgekehrt. So wie die
auftreten, könnte man meinen, sie kommen angeradelt, gehen kurz schwimmen,
radeln noch mal 180 Kilometer und laufen danach nach Hause.
Egal.
Ich bin im Schwimmverein
nur, damit ich ganzjährig schwimmen gehen kann. Zu einem günstigen Preis.
Profi bin ich keiner.
Dafür regelmäßig.
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