Über zwei Stunden Wartezimmer. Gisela stöhnt im Zweiminutentakt, geht achtmal aufs Klo und telefoniert zwanzig Minuten mit ihrer Bekannten Agnes. Laut. „I heer sonschd nix.“ - wir anderen schon. Elfmal alles Gute zum Geburtstag gewünscht und „Gsondheid, Gsondheid ischs Wichdigschde“. Sie sei ja gerade im Marienhospital, „weisch, mai Schwiegersoh fahrd mi“.
Dann zeigt sie erfreut auf den Mann da drüben: „Du - där hot die gleiche Sogga ah wie du.“ Ich stimme ihr zu, meine sind halt grün und dem Mann seine sind gelb. Gelb mit braunem Muster, erwähne ich.
Der Mann hats auch gehört, nickt mir stumm zu. Stille Anteilnahme.
Fertig sind wir drei Stunden später. Nur noch eine halbe Stunde Rückweggeplapper, die Frage, wie diese Straße heißt, und auf meine Antwort sofort ein „ährlich, i han gmoind, die sei wo anders“.
Zuhause bin ich fertig, total ausgelaugt, hirnleer. Nur müde, auf dem Sofa liegen und die Farbe aus dem Fernseher glotzen. RTL 2 überfordert meinen Kopf.
Drei gute Dinge des Tages:
Schwimmen
Gisela doch nicht umgebracht
Überlebt
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