seiner Väter - sondern dass ich beim Einwohnermeldeamt Schmiden um Ersatz für
meine in Rom gestohlenen Dokumente anfragen muss.
Bezirksrathaus Fellbach-Schmiden, Einwohnermeldeamt. Frohen Mutes erklimme ich
das erste Stockwerk. Warteraum: nur ich, Zutritt nur auf Aufforderung. Es dringen
Geräusche nach außen. Nach 15 Minuten ohne Aufforderung erdreiste ich mich, nach
einem unbeantworteten Klopfen die Amtstube zu betreten.
Einige Leutchen, stehend, gut gelaunt, Sektgläser in der Hand. Konsterniert werde ich
nach meinem Begehr gefragt. Personalausweis und Führerschein sollen ersetzt werden.
Das sei jetzt aber sehr ungeschickt, man heiße heute den ersten Neubürger von
Schmiden willkommen, Stadtanzeiger und Presse seien schon im Haus, ich solle
nächste Woche nochmals vorsprechen.
Mein Gehör ist nicht das Beste, diese Aussage kann in meiner Vorstellung nicht sein. Ich
frage nach: „Nächste Woche???“
„Ja, nächste Woche“, bestätigt sie.
So entspannt wie möglich hole ich noch einmal Luft und sage im eisigsten Ton: „Nein.
Ich bin innerhalb der Öffnungszeiten da und komme nicht nächste Woche nochmal. Es
wird doch in diesem (ich weiß nicht mehr, ob ich ‚scheiß Puff‘ gesagt habe) noch einer in
der Lage sein, das jetzt anzugehen.“
Frau Amtsleiterin, oder wenigstens „Frau Ich-bin-die-Wichtigste-dieser-Abteilung“,
delegiert die vermutlich Auszubildende an meinen Fall.
Zwölf Minuten später: „Frau Sowieso, das lässt sich nicht speichern.“
„F8-Taste!“, kommt es von Frau Sowieso zurück.
„Hab ich schon dreimal, geht aber nicht.“
Frau Sowieso, noch genervter als vorhin, nimmt sich der Sache selbst an. „Was haben
Sie denn da gemacht?“
Weitere sechs Minuten später: „Die Datei ist blockiert, da kommen wir nicht ran.“
„Und jetzt?“, frage ich hilflos.
Frau Schnippisch-Sowieso setzt zu einem „Nächste Woch …“ an, als mein lautes
„NEIN!“ sie unterbricht. „Es ist nicht mein Fehler“, setze ich nach. „Ich habe nicht die
Azubine drangesetzt, und ich habe nicht beschlossen, dass der ganze Laden die
komplette Willkommenskultur auf einmal zeigt. Lassen Sie sich was einfallen.“
Die Lösung: Am Samstag kann ich es im Rathaus Fellbach abholen, die Datei wird über
Nacht entsperrt. Geht doch.
Was bleibt, ist der Ärger: Der Neubürger ist so wichtig, dass ich hinten runterfalle.
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