Die beiden Sanitäter kümmern sich um mich. Ich soll mich erst mal nicht bewegen.
„Bevor ich mich um Ihren Fuß kümmere, untersuche ich Sie erst einmal."
Ich werde am ganzen Körper abgetastet, ob irgendwelche Verletzungen fühl- oder tastbar sind. Ob ich mich an den Sturz erinnern kann? Natürlich, das ist mir ja so peinlich, zu doof zum Laufen. Ich soll im Rahmen meiner Möglichkeiten meine Gliedmaßen bewegen und auch sagen, ob ich darin etwas fühle.
Nachdem dieser Test abgeschlossen ist, werde ich auf eine Trage geschoben und in den Rettungswagen gelegt.
Angenehm warm ist es im Wagen. Ich zittere trotzdem.
Mir werden die Jacke und der Hoodie ausgezogen, Blutdruck wird gemessen und Herzsensoren geklebt, die Temperatur gemessen. 35,7 Grad. Ich bin leicht unterkühlt.
Der Sanitäter möchte meinen Schuh aufschneiden. Die Sanitäterin versucht es ganz normal mit Aufschnüren, das gelingt. Mein linker Fuß wird freigelegt. Vorsichtig.
Ich wage einen vorsichtigen Blick und sehe einen räumlichen Versatz zwischen Unterschenkel und Fuß.
Es sieht schmerzhaft aus.
Erstaunlicherweise habe ich fast keine Schmerzen.
Nachdem wir abfahrtbereit sind, mache ich erst mal ein paar Selfies von mir im Krankenwagen.
Natürlich. Das machen viele, sagt die Rettungskraft.
Die Gattin sollte ich nochmal erreichen. Sie schläft noch immer. Also mache ich ihr eine WhatsApp. Nicht zu dramatisch. Ich denke ja immer noch, ich kann heute noch heim. Morgen wieder arbeiten. Und in dann 30 Tagen Projekt X.
Die Sanitäterin telefoniert Krankenhäuser ab.
Robert Bosch wäre am nächsten. Hat Chirurgie, aber keine Kapazitäten.
Das nächste ebenso.
Das dritte nimmt uns.
Immer derselbe Spruch.
Patient, 60, männlich, Luxation.
Luxation.
Mit meinem Schwarzwaldklinik / Dr. House / Grey's Anatomy Fachwissen verstehe ich sofort, dass ich mir was ausgekugelt habe.
Puh.
Dann ist es ja nicht so schlimm.
Dann muss man einmal kurz auf einen Lederriemen beißen, das Teil wird schmerzhaft wieder eingerenkt und Projekt X kann starten.
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