Samstag, 14. Mai 2011

Wasserspiele

Nur kurz, noch eine halbe Stunde totschlagen, bis ich mich wieder mit der Gattin in Stuttgart treffe. In der Stiftskirche und auf dem Marktplatz war ich schon. Im Saturn sowieso. Abends, eigentlich sollte ich die Wasserspiele mal Abends fotografieren, da steht dann die Sonne richtig.

2011-05-14 050

hinten in der Wiese liegt Einer, liegt da und telefoniert. Von der Staatsgalerie kommend eine Gruppe Fotografen, so viel Equipment, so viel Objektive, verschämt verstecke ich meine Knipse. Die interessieren sich nicht für die Wasserspiele, sie ziehen weiter. Ich versuche eine hübsche Perspektive hin zu bekommen, irgendwie hab ich da heute kein Geschick. Halte mich links Richtung Staatsgalerie Eingang. Knipse noch ein bisschen auf dem Gelände rum, sage fünf Touristen, wo der Eingang zur Staatsgalerie ist. Laufe hinten am Gebäude rum, Richtung Musikschule. Die Zeit wird knapp, muss zum vereinbarten Treffpunkt. Nochmal an den Wasserspielen vorbei. Der junge Mann telefoniert noch immer. Danke Flatrate, Danke LiPo-Akkus; früher hätt sich das keiner geleistet.

Donnerstag, 12. Mai 2011

Erster

Der erste Grüne Ministerpräsident wurde heute vereidigt. Ausgerechnet in Baden-Württemberg  ausgerechnet  nach mehr als 57 Jahren schwarzer Regierung wurde heute Winfried Kretschmann als neuer Ministerpräsident vereidigt.

Jetzt wart’ ich’s einfach mal ab, was daraus wird. Unbelastet ohne Vorurteile. Ich bin gespannt.

Sonntag, 8. Mai 2011

reich

“Nur der Scheich ist wirklich reich” – Ideal, deine blauen Augen.

2011-05-08 032Wenn man Stuttgarter Parks, Stuttgarter Villen und Schlösser, Stuttgarter Gärten sucht oder besucht, vergisst man oft das Gelände Schloss Hohenheim. Wir waren heute da. Sonntag Nachmittag, sonnig, warm. Sonntags ist’s kein Problem irgendwo sein Auto abzustellen. Es herrscht ja kein Unibetrieb. Die Uni Hohenheim. Riesige Schloss Anlage. Darin untergebracht die Universität.

2011-05-08 030Im Nebengebäude die Speisemeisterei, auf der Tafel davor: “Heute Kuchen”. Ein Blick auf die Speisekarte, aufs Menü: die einzelnen Gänge hab ich mir nicht gemerkt. Ich habe mir vom Menü eigentlich gar nichts gemerkt. Doch, den Preis. Der Stand nicht in Ziffern da sondern war ausgeschrieben – sechsundachtzig – ich bin nicht so reich, dass ich mir das leisten könnte oder wollte. Ein Porsche Panamera, Einstiegspreis 78.000 €. Parkt vor der Speisemeisterei. Würde oder wollte ich so ein Auto fahren, wenn ich richtig reich wäre ? Ich denke eher nicht.

2011-05-08 035Was für ein Campus. Um das Schloss herum, liegen Menschen auf der Wiese, spielen drei Jungs Fußball. So richtig reich, im Sinne von materiellem Reichtum sind diese Leute vermutlich (noch) nicht, sind aber offensichtlich reich an Zeit, die Sie jetzt dösend verbrauchen. Gemütlich.

 

 

2011-05-08 041Noch jemand war reich; der Erbauer / Besitzer der Schloss Anlage. Herrlicher Ausblick, großzügige Anlage. Es wirkt nicht besonders ärmlich.

 

 

 

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Das der Herrscher, der König reich war zeigt sich gerne an den Alleen, die sich diametral um das Schloss zeigen, Teilen sie doch den Herrschaftsbereich ein, zeigen so die Macht. Diese Allee teilt nur Schafweide von Weinbau. Die Bäume sind an Jahren reich vermute ich. Merino Schafe wurde eingekreuzt, Zuchtbücher geführt, die Schurerträge verzeichnet. Wissenschaftlich gearbeitet noch ohne Excel.

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Hier am Kreisverkehr, wie man es auch scherzhaft nennen könnte ist dann der Übergang zum botanischen Garten. Heute auch öffentlich.

 

 

 

 

 

Muttertag

alle Jahre wieder

  • Von den Nazis erfunden um die gebärfreudigen arischen Heldenmütter zu ehren ?
  • Von den Floristen und den Geschäftsleuten erfunden, um nochmals Umsatz zu machen ?
  • Von der amerikanischen Mütterbewegung 1865 als Mothers Friendships Day erfunden ?
  • Von meiner Mutter gar nicht gemocht, “Mir wärs lieber Ihr denkt das ganze Jahr an mich” ?
  • Von der DDR nicht gefeiert - weil’s nicht genug Blumen gab ?
  • Von Weihnachten im amerikanischen Geschenkumsatz auf Platz 2 verdrängt ?
  • Von den Deutschen mit durchschnittlich 25 Euro fürs Geschenk gefeiert

Dies sind mal ein paar Punkte, die mir einfallen, wenn ich an Muttertag denke.
Abgesehen davon, dass meine allererste Muttertagserinnerung die ist, wie ich als Kindergartenkind stolz erzählt habe dass ich ein Knopfschächtelchen als Muttertagsüberraschung gebastelt habe und auf die Mahnung nicht Alles zu verraten geantwortet habe: “Ja, aber du kannst ja nicht wissen, dass die außen mit Blümchen bestempelt ist !”

Tja, da gibt’s dann viele Gründe die “Kommerzscheiße” nicht mit zu machen, nee, wie viel wert mir meine Mutter ist, dazu braucht’s keinen Muttertag. Bloß, was spricht eigentlich dagegen ? Seinen Egoismus über Bord zu werfen und einfach am 2. Sonntag im Mai daran zu denken, dass Muttertag ist, eine kleine Aufmerksamkeit zu schenken, sich nochmals zu bedanken; tut das so weh ?

Ist es so viel wichtiger das Erscheinungsdatum des iPads im Kopf zu haben, den Termin des Heimspiels gegen den 1.FC Bayern im Kalender eingetragen zu haben. Zu wissen, wann Eurovision Contest stattfindet ?

Samstag, 7. Mai 2011

unverschämt

Durch die Nachtfröste vom 4. und 5. Mai sind vor allem im Weinbaugebiet Tauberfranken, die Reben so geschädigt worden, dass für das Jahr 2011 mit einem totalen Ernteausfall zu rechnen ist. Viele Betriebe stehen vor dem wirtschaftlichen Aus. Der Weinbauverband fordert vom Landwirtschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg Hilfe für die betroffenen Betriebe.

Soweit die Meldung wie sie heute durch die Medien gegangen ist. Gut, heute gab,s keine königliche Hochzeit, keine Seeligsprechung eines ex Papstes, es wurde kein Topterrorist liquidiert. Wieso dann mal  nicht über die prognostizierten Erträge der Weinernte 2011 sprechen ? Und bei Banken fragt doch auch keiner. Ihr habt keine Kohle mehr, ihr macht Verluste ? Kein Problem, der Staat hat. Die Automobilindustrie hat es vorgemacht, wirtschaftliche Lage problematisch…. Abwrackprämie, der Staat hat. Und jetzt, die Weinbauern der Tauberfrankenregion. Systemrelevant vermutlich. Nein sicher Systemrelevant sind die Weinbauern aus der Tauberfrankenregion, denen muss der Staat unter die Arme greifen. Man bedenke nur wie viel Arbeitsplätze daran hängen.

2009 als die Winzer einer ihrer besten Jahre hatten, einen Prädikatswein Anteil von bis zu 60 % im Vergleich zu normalerweise durchschnittlich 25 % hatten habe ich nix, aber auch gar nix gehört. Wie schön wär’s gewesen zu hören, wir haben soviel Kohle gemacht wie nie, wir legen was zurück, in einen gemeinsamen Fonds für schlechte Zeiten, wir geben dem Staat freiwillig was zurück. – Allein, ich hab nix gehört -

Wie schön wär es Daimler und VW hätten nach ihrer Bilanzpressekonferenz gesagt: “Danke liebe Bundesrepublik Deutschland, die Abwrackprämie hat uns die höchsten Umsätze aller Zeiten beschert, wir geben Anteilig so und so viel Millionen / Milliarden zurück”

Und wenn ein Verein, der schon sein eigenes Ministerium hat gleich wieder die Fresse aufreisst, das find ich unverschämt. Wo ist das Ministerium für EinEuroJobber, Harz4 Aufstocker, Einzelhandelskassiererinnen, für Rentner, für Backwarenfachverkäuferinnen oder Speditionskaufleute.

Begleitetes Fahren

Führerschein mit 17 oder auch begleitetes Fahren. So wie wir es neuerdings kennen. Und obwohl die Terrortochter bei weitem nicht das Interesse an der Fahrerei zeigt wie seinerzeit ihr Vater, obwohl sie eher genervt als erfreut ist zu fahren, macht sie das ganz ordentlich.

Am Ostermontag Morgens war ich in der Nähe einer Seniorenresidenz, wie die Altersheime heutzutage heißen. Zirka Fünfundfünfzig bis Fünfundsechzig jährige Kinder begleiten ihre Mutter oder ihren Vater, leider selten beide durch den Park. Der Senior, die Seniorin schiebt einen Rollator vor sich her – auch eine Art begleitetes Fahren.

Mittwoch, 4. Mai 2011

…die andere Wange oder Auge um Auge…

Mit meinen rudimentären Kenntnissen des Christentums ist es gar nicht so einfach, über so ein Thema zu schreiben. Meines Wissens nach gibt es im alten Testament dieses:

Auge um Auge, Zahn um Zahn

ein Spruch, der doch sehr den Rachegedanken in den Vordergrund rückt, Gleiches mit Gleichem vergelten. Ein Gedanke, der mir, uns und der Bildzeitung, dem Stammtisch nahe liegt.

Auf der anderen Seite wird im neuen Testament von einem Jesus berichtet, von dem dieser Satz stammen soll:

…dann halte ihm die andere Wange hin…
oder auch
…liebet Eure Feinde wie Euch selbst…

Die Sprüche, der wahren Christen, der Gutmenschen, der “für Alles und jedes Verständnis habenden”.

Dann ist es bei mir so, dass ich nicht die Größe besitze, die andere Wange hin zu halten. Kann aber nicht erkennen worin der Unterschied liegt, wenn Menschen jubelnd auf der Straße sind, wegen der Anschläge vom 11. September oder wenn Menschen jubelnd auf der Straße sind wegen der Tötung von Osama bin Laden. Und es ist schon so, dass Osama zwar eine Schuld an den Anschlägen vom 11. September  hat. Aber den jetzt einfach mal so auf der Flucht erschießen, bei der Verhaftung erschießen geht nicht, ist einer großen Zivilisation die sie gerne wäre nicht würdig.

Es bleibt ein Gschmäckle, gab es früher schon mal solche Verhaftungsaktionen sind vielleicht bei so etwas Unschuldige getötet worden ?

Dienstag, 3. Mai 2011

froh

Die Terrortochter hat heute ihre praktische Führerscheinprüfung bestanden. Sie darf jetzt bis zu ihrem 18. Geburtstag, begleitet von einem mehr als stolzen Vater fahren.

Eine Last ist von meinen Schultern gefallen, die Anspannung der schlaflosen Nacht hat sich gelöst. Ich, die Gattin und natürlich die Terrortochter wir sind froh, ganz einfach froh, dass das jetzt so schön geklappt hat.

Ich habe die Gelegenheit gleich ergriffen und mich nach Stuttgart-Weilimdorf und wieder zurück kutschieren lassen. Und es war entspannt, die kleine Große macht das ganz hervorragend.

Montag, 2. Mai 2011

Timing

Das richtige oder auch falsche Timing kann so wichtig sein, ist so wichtig. Timing, das Gefühl für den richtigen Zeitpunkt.

Wie sehr hätte sich Karl Theodor zu Guttenberg gewünscht, das Japanbeben, der Tsunami wäre 3 Wochen früher gewesen, und wie sehr hätte sich Stefan Mappus gewünscht, das Japanbeben, der Tsunami wäre 3 Wochen später gewesen. – und verschont mich jetzt mit “…allen Leuten recht getan ist eine Kunst…und bla bla bla…” – zurück, was wohl, in Amt und Würden könnten beide noch sein. Scheiß Timing, hatte das Japanbeben, der Tsunami.

Sonntag, 1. Mai 2011

Tagblatt Turm

2011-05-01 028-2Keine Angst, jetzt haben wir einen neuen Monat und es ist wirklich nur Zufall, dass der erste Titel schon wieder mit “T” beginnt. Ich hätt jetzt auch ganz einfach mit 1.Mai anfangen können oder mir sonst etwas einfallen lassen.

Mir fällt er immer wieder auf, wenn ich in seiner Nähe bin. Wenn ich lang genug versuche mich zu erinnern, weiß ich, dass in diesem Gebäude mal das Fundbüro untergebracht war. Meinen vor hunderten von Jahren verlorenen Schlüsselbund hatten die aber nicht.

Stuttgart, Eberhardstrasse 61, Tagblatt-Turm

 

2011-05-01 038Erst mal wieder den iPod ins Ohr, ich weiß nicht was, weiß nicht, was jetzt passen könnte. Neudeutsch würde man Shuffle – Mode dazu sagen, der iPod nennt’s Zufällige Titel. “Mit einem Taxi nach Paris” Felix Delux, NDW auch schon fast 25 Jahre her.

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Ich hatte es mir vor genommen, hatte mir eine Notiz gemacht. Am nächsten schönen Sonntagmorgen den Tagblatt - Turm fotografieren. Heute. Sonnenschein, 1.Mai, mir macht’s nichts aus, bin nicht der, der auf den Tanz in den Mai geht, lebe solide keine Hexereien in der Walpurgisnacht.

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Bin doch eigentlich ganz früh dran, Sonntag Morgen 8.30 Uhr, am Tag der Arbeit. Kein Problem einen Parkplatz zu finden. Gut Halteverbot aber was soll’s Sonntag 8.30 Uhr. “Ertrinken (in Dir)” die Toten Hosen dank Shuffle–Mode.

2011-05-01 056Ich bin mir nicht sicher, wo der beste Standort ist um den Turm aufzunehmen. Einige Schritte rauf, Richtung Königstrasse, kann nix werden um diese Zeit, ich knipse gegen die Sonne. Dann doch näher ran. Somit runter Richtung Hauptstädter Str. Unruhig umkreise ich den Turm, finde die richtige Perspektive nicht, schleiche einmal um den Block. Nirgends eine Möglichkeit in ein oberes Stockwerk eines der umliegenden Gebäude zu kommen. Er zeigt sich, der Turm, klar, er war das erste Hochhaus in Stuttgart.

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Von hier aus wirkt die Perspektive amerikanisch, oder so wie ich mir amerikanisch vorstelle. Die an dieser Stelle breite Strasse, das Hochhaus, der Turm der sich gegen den Himmel abzeichnet. Ja, das erste Hochhaus Deutschlands in Stahlbeton Bauweise, das erste Hochhaus Deutschlands in Sichtbeton Bauweise, damals 1927 der größte ? längste ? höchste ? Pater Noster, dieser Umlaufaufzug den die EU-Paranoiker erfolgreich verboten haben. Ersetzt, schon lange durch einen Aufzug der Firma Knörzer.

2011-05-01 035Frontal betrachtet, wirkt der Tagblatt Turm wie ein amerikanisches Hochhaus in den 1930er. Ein Geschäftshochhaus, ein Bürohochhaus, die ganze Stockwerkbreite umspannende Fenster, keine Balkone auf dieser Seite. Unterstützt wird dieser Eindruck von der Farbe des Gebäudes, sowie von den Fenstern dieser Vorderansicht, horizontal geteilte Fenster, erinnern an die Schiebefenster aus amerikanischen Krimis.

2011-05-01 046Oben, der Abschluss des Gebäudes nicht gerade abgeschnitten, nicht ein verglastes Penthouse drauf gesetzt, nein, die einzelnen Stränge der Konstruktion auslaufen lassen, unregelmäßig, aber keine drauf gesetzte Konstruktion wenigstens eines Aufzugs Betriebs Häuschens, auch ein großer Wassertank fehlt.

 

2011-05-01 051Seitlich entdeck ich’s dann. Dieser Umlaufende Balkon ? Gang ? ich bin Laie, weiß nicht mal wie man’s nennt. Klaro, jetzt, als ich weiter drum rum gehe, sehe ich dann die anderen Vorsprünge, Balkone.  Sehe die Leitersprossen, die aus U-Förmig gebogenen Metall zu bestehen scheinen, stelle mir vor außen an der Fassade diese Sprossen zu erklettern (erklimmen wäre zu poetisch).

2011-05-01 049Sehe das Geländer auf der Rückseite der Balustrade ? Sehe, dass dieses Geländer nicht verblendet ist, stelle mir den Schauer vor, wenn man von dort ungehindert nach unten schauen kann. Bin über diese schlichte Schönheit mehr als erstaunt. Stelle mir aber an der Balustrade eine Dachterrasse auf dem Frontalen Gebäudezug vor. Ein Grill, Musik, Sommerabend, von hier auf die an dieser Stelle doch auch verkommenen Stadt schauen.

 

2011-05-01 047Abstand gewinnen, ich bin zu nah, ich zieh weiter über die Hauptstädter Str. zum Wilhelmsplatz, zum schönen Wilhelmsplatz, nicht zu verwechseln mit dem anderen den Assi Wilhelmsplatz, das  Zeichens einer völligen Konzept- und Planlosigkeit, dem Cannstatter Wilhelmsplatz, welch ein Unterschied.

 

Wilhelmsplatz Bad CannstattHeute morgen kein Unterschied am Volk das da rum läuft oder, ja vielleicht doch, nur 4 Jugendliche oder eher junge Erwachsene, sitzen hier, beenden demnächst die Walpurgisnacht. Ich überquere den Platz, versuche die Vier nicht zu beachten, es scheint reichlich Alkohol gegeben zu haben, es scheint eine sehr sehr lange Nacht gewesen zu sein. Sie beobachten mich, ich studiere von hier den Tagblatt-Turm, am Gebäude im Vordergrund haben es ein paar geschafft.

2011-05-01 048So eine exponierte große weiße Fläche, da bot es sich doch an sich zu verewigen, seinen Namen in die Welt zu schreien, Es sind nur Namen und ein Herz, Graffiti geht anders. The Long Ryders – “Looking for Lewis and Clark” – der iPod liebt mich,  würde fast wetten, dass das außer mir kein Württemberger kennt, ich genieße es.

eindrucksvoll

Die Gattin und ich waren gerade in der Staatgalerie. Die Aktuelle Ausstellung: KRIEGSZEIT. Ich zitiere hier mal kurz die Staatsgalerie
2011-05-08 001Erstmals seit über 40 Jahren präsentiert die Staatsgalerie ihren international bedeutenden Käthe Kollwitz-Bestand von rund 100 Zeichnungen und Druckgraphiken vollständig. Ein eindringliches Bild einer Epoche entsteht durch ergänzende Werke ihrer Zeitgenossen wie Max Beckmann, Ludwig Meidner, Otto Dix und George Grosz. Folgen und Mappenwerke der Künstler, selten im Ganzen ausgestellt, sind ebenso zu sehen wie Selbstbildnisse und andere eindrucksvolle Einzelblätter. Gemälde und plastische Arbeiten ergänzen die Zeichnungen und druckgraphischen Arbeiten
Wirklich eindrucksvoll, vor allem die späteren Werke von Käthe Kollwitz. Mit wenigen Strichen so viel Ausdruck. Nur schwarz / weiß beängstigend, beklemmend.
2011-05-08 002Aber auch George Grosz’s:
Widmung an Oskar Panizza
hat mich schwer begeistert, ich hätte mich in dem Bild verlieren können. Einfach auf den Hocker setzen, die Wand mit dem Bild betrachten. Es gibt so viele Details zu entdecken, die Perspektive zu bewundern.
Euch hindert keiner die Ausstellung auch zu besuchen, täglich ausser Montags, 10 Euro pro Person, da habt ihr schon mehr für weniger ausgegeben. Wetten ?

…eine Zensur findet nicht statt…

Manche wissen es, ich trolle und spamme durch die Foren, verfasse Leserbriefe, provoziere gerne Leute durch Tweets oder sonst wie. Meistens natürlich anonym, man fürchtet ja insgeheim immer die Konsequenzen (welche Konsequenzen ?) seines Tuns.

Einer der eher keine Konsequenzen fürchtet, ist CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, sowie Herr Seehofer. Mit der schwachsinnigen Blutgrätsche Richtung Grün-Rot in Baden-Württemberg lagen sie doch derb daneben so von wegen “…Kampf der Systeme…” und “Jedes Unternehmen, das in Baden-Württemberg durch grün-rote Planwirtschaft verprellt wird, ist in Bayern hochwillkommen“ oder “Investitionsgelder, die in Baden-Württemberg nicht mehr erwünscht sind, nehmen wir gerne in Bayern.“ Jedenfalls ging’s so durch die Medien.

Da hab ich mich dann auch mal wieder bemüßigt gefühlt, meine Meinung dazu abzusondern, nämlich so: 

Hallo XXXX_XXXX,

Ihr Beitrag: Einladen
...möchte ich hier ausdrücklich Bayern, denen ihre Regierung zu peinlich ist, die sich wegen Herrn Dobrindt und Herrn Seehofer schämen,  ermuntern nach Baden-Württemberg zu ziehen


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Samstag, 30. April 2011

t

Ein Thema, sollte man schon haben, einfach nur etwas von sich geben, nur weil man schon wieder 3 Minuten Nix von sich gegeben hat ist ja auch nicht so prickelnd. Wenn man sich meine Themen jetzt so anschaut, wird man das eine oder andere feststellen.

erstens:
im April gab’s ja ziemlich viele Themen, das hängt auch damit zusammen, dass es die Osterfeiertage gab. Wir auf 2 Veranstaltungen waren, 1 Wochenende im Rheinland verbracht haben. Sowieso sieht es jetzt nach dem vierten Monat diesen Jahres so aus, als ob es ereignisreicher als andere Jahre ist.

zweitens:
es scheint kreuz und quer durcheinander zu gehen. Ein Sammelsurium, Persönliches, Allgemeines, Geknipstes und so weiter. Dies ist so beabsichtigt - Punkt

drittens:
und auch da könnte's sein, dass das Jemanden aufgefallen ist. Richtig alle Themen beginnen mit dem Buchstaben T.  Wer jetzt glaubt, vermutet oder hofft, darin einen tieferen  Sinn zu finden, den muss ich enttäuschen. Nein, es hat sich nicht zufällig so ergeben, es war aber schon ein bewusster Akt nur um mich auch ein bisschen zum Nachdenken zu bewegen. Ja, und manchmal erkennt man dann auch das es schon arg verzwungen ist, wie der Schwabe sagt. Weil so richtig weiß ich auch nicht, was mein Spaziergang mit dem Thema Tai Chi zu tun hat ;-)

viertens und letztens:
ist es vermutlich so, dass ich eine Blog – Diarrhoe, Blogdurchfall oder wenigstens eine Laberattacke habe, die sich im Monat April einfach einen Weg gebahnt hat.

Tagesausflug

2011-04-30 001-2Wer wird Millionär hat dann den Ausschlag gegeben. Am Freitag wurde bei “Wer wird Millionär ?” unter anderem gefragt, was es im Augenblick genau 9 mal in Deutschland gibt, unter anderem waren im Angebot: 3-Sterne Köche oder UNESCO Weltkulturerbe. Ergoogelt hab ich dann, dass es in Deutschland 33 Weltkulturerbe(s) gibt. Eines davon, die Völklinger Hütte haben wir jetzt besucht. Google Maps ergab, dass wir gute 240 km fahren müssen. Normalerweise ist das nicht unsere Richtung, so weit westlich, sind wir da nicht unterwegs. Diesmal also Heinz Becker Land. 
2011-04-30 006
Dass der April 2011 als der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung war glaube ich sofort. Wir haben auf der Fahrt profitiert, sonniges Wetter macht sonniges Gemüt. Über Karlsruhe, Landau, Pirmasens nach Saarbrücken, von dort bis Völklingen. Die Hütte ist schon ab Autobahnausfahrt gekennzeichnet. Gefunden haben wir es schnell. Der Schwabe freut sich über einen großen, nahen, fast leeren und kostenfreien Parkplatz.
2011-04-30 007Zeit sollte man mitbringen, für sein Eintrittsgeld wird man gut unterhalten. Wir haben uns vorab beim Imbiss Stand am Einlass mit einem Steak und einer Bratwurst gestärkt. Dann ging’s los. “Wenn Sie fotografieren möchten müssen Sie mir hier unterschreiben, dass die Bilder nur privat genutzt werden” werden sie. Die Tickets und einen kleinen Lageplan, das Drehkreuz am Eingang liest den Barcode. Wir nehmen uns nicht die Zeit, die multimediale Einführung anzusehen. Erkunden das Gelände auf eigene Faust
2011-04-30 010
Wir machen uns auf den sehr gut ausgeschilderten Rundgang. Ich habe den Eindruck nicht alle Schilder lesen zu können, zu viel Info, andererseits einfach gleich am Anfang die Angst nicht rum zu kommen. Dann ist es aber auch so, und das ist das Privileg so alter Säcke, ich hab keine Klassenlehrerin hinter mir, die morgen den Stoff abfragt. Ich weiß nicht, will und muss es aber im Detail nicht wissen, wie so ein Stahlwerk, so eine Hütte funktioniert.
2011-04-30 008
Seit 25 Jahren wird hier kein Stahl mehr hergestellt, kein Eisen verhüttet. Ich glaube nicht, dass ich mir auch nur annähernd vorstellen kann, wie das damals gewesen sein muss. Damals als die Hütte noch produziert hatte. Ich stelle mir vor, dass es laut war, vermutlich sehr laut, dass dieser Lärm Tag und Nacht vorhanden war. Eisen auf Eisen, Zischen und Fauchen vielleicht auch nur Stimmen,2011-04-30 026 Motoren es wurde Luft transportiert, viel Luft auch über weite Strecken, unter verschiedenen Drücken. Es wurde Erz und Kohle transportiert, gelagert. Es muss doch gerochen haben, Rauch, Abgase, Staub. Denke auch, dass den einen oder anderen Tag der Himmel kaum zu erkennen war. Im Jahr 1965 waren hier insgesamt 17000 Personen beschäftigt.

2011-04-30 039
Ein riesen Gelände. Gut ausgeschildert. Nach dem Bahnhof geht’s gleich in die Möllerhalle. Dort wurden die Rohmaterialen, die Rohstoffe gelagert, im Keller wurden die Zutaten gemischt, um dann den Hochöfen zugeführt zu werden. Die alten Rohstoffbunker werden heute als Ausstellungsraum genutzt. Bei unserem Besuch war die “Urban Art !” Ausstellung an der Reihe. Wir haben uns ein paar Minuten Zeit genommen um uns auch diese Bilder anzusehen.




2011-04-30 050
Nach der Möllerhalle samt Ausstellung geht es dann zu den Hochöfen. Etwas widerwillig holen wir uns einen Helm, ein Gefühl wie nach einem Flohmarktbesuch bleibt immer und die Vorstellung, dass so ein Helm bei einem Absturz auch nicht hilft. Dass es nachher auch niedrige Stellen gibt, das Streben und Träger durchaus in Kopfhöhe sind, wissen wir noch nicht. Wir steigen die Metalltreppen hoch. Ein schöner Blick über die Umgebung. Und ja, die Anlage ist jetzt schon ein viertel Jahrhundert nicht mehr in Betrieb, die Luft ist klar, die Sicht ist gut.


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Dort am Horizont zwei künstliche Hügel, zwei Halden.




2011-04-30 082Auf der anderen Seite des Geländes: Zwei Kühltürme, ein Kirchturm, ein Baumarkt.





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Gitter werfen ein nettes Muster auf den rostig verfärbten Hochofen. Dass dieser genietet und nicht geschweißt ist, ist klar. Immerhin wird im Ofen mit Temperaturen von bis zu 2200 C gearbeitet.2011-04-30 095 Dies sollen die Nieten aushalten. Dicht an Dicht liegen sie nebeneinander.
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Die Orakelkrake Paul kommt mir in den Sinn, wenn ich sehe wie die vier Rohre tentakelgleich, die kleine Blechhütte am Hochofen umschließt. Sowieso sind es diese Assoziationen, die den Besuch so interessant machen, was da jedes Rohr im Detail macht ist uninteressant.

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Hier die Mittelstation, wie ich es nennen würde. Die Loren hängen an Schienen, befüllen aus der Möllerhalle kommend die Hochöfen mit dem Erz gemisch. Ein richtiger Bahnhof. Die Loren waren mit 1-3 to Material bestückt. Und wenn ich nach oben schaue sehe ich nur Metall auf Metall, die Plattform auch aus Metall, nirgends Gummi oder Ähnliches. Der Lärm muss ohrenbetäubend gewesen sein.
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Die Umlenkrolle des Aufzugs, des Krans: Die Firma Stahl aus Schwaben hat auch mitgewirkt.





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25 Jahre Stillstand, Rückbau. Es wird ja nix mehr gewartet. Massive Abplatzungen von Rost zeigen sich, es wird bestimmt aber noch ein paar Jahre halten, es wird noch dauern, bis die Träger durchgerostet sind.
2011-04-30 107Unten der Auslaß des Hochofens. Wie muß dass gewesen sein, wenn der Ofen abgestochen (sagte man so ?) wurde. Wenn die Masse rot glühend über den Boden in dem Kanal lief. Wie stark war die Hitze spürbar. Konnte man sich das Spektakel nur durch getönte Scheiben anschauen. Wie roch es dann ? Wie laut war es ? Es sprengt meine Vorstellungskraft.
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Sie nenne es Paradies. Von hier aus wirkt es fast schon bedrohlich still. Gut die Vögel leben ihre Frühlingsgefühle. In diesem Teil der Anlage befand sich die Kokerei und die Kohlebunker. Die Natur kämpft sich durch. Erobert sich große Teile zurück

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Schön wie stark sich die Natur durchsetzt. Wie lange würde es dauern, bis alles überwuchert ist ?2011-04-30 114
Wir haben das Ende diesen Weges erreicht, werden auf den Weg zurück geleitet. Mir fallen noch ehemals gefließte Räume auf, die Köhler und Arbeiter konnten sich duschen. Gegenüber ist ein Zug abgestelt. Die Eisenrohlinge liegen auf den Waggons.

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