Freitag, 29. Juni 2012

Klassenbester

2012-06-19 12.16.30 (1)Das Bild verwirrt. Kaum Wurst, keine Pappschale, unter einem Berg von Fritz. Und zu allem Übel ein …und jetzt kommt’s ein S A L A T im Hintergrund ?

Hier im Kaff gibt’s einen Metzger, eine richtige Metzgerei, keine Kette, kein Diskounter, kein ich schneid nur noch die Folie von den Produkten aus der Mega. Schon seit Jahren hat der ne heiße Theke und seit ein zwei Jahren einen schönen Essbereich dazu eingerichtet. Zwei Auswahlessen mittags und sonst das Übliche.

 

Eine Grillplatte, dort werden die Oberländer gegrillt. Ketchup drüber, keine Geheimrezept oder original Currysauce, keine Schweb- und Trübstoffe. Ketchup und gut. Eine Pulvermischung. Pommes dazu. Pommes frisch aus der Fritteuse, in der nur die Pommes gemacht werden. Eine Portionsgröße, die die Fastfood Ketten noch fünf mal teilen und dann als Maxiportionen verkaufen würden. Wirklich Pommes mehr als reichlich. Pommes müssen – und das ist eine Muß- keine Kannbestimmung – müssen rot-weiß veredelt sein. Ich möcht noch ein Brötchen dazu, das verteuert die Currywurst um 35 Cent auf 2,25 Euro alleine dieser Preis ist eine Sensation.

Der Geschmack, so etwas von lecker, es läßt sich  mit Worten nur unzureichend beschreiben. Da ist keine Spur von fett oder ranzig. Jede Komponente spielt verlustfrei ihren Geschmack, zusammen eine Symphonie. Verschiedene Temperaturstufen der Einzelteile machen uns mit Freude klar, dass wir keinen Brei essen.

In der Kategorie Porzellancurrywurst ist die Metzgerei Kauffmann in Schmiden ganz klar Klassenbester:

  • Look: 9,8
  • Taste: 9,9

Freitag, 22. Juni 2012

Kult ?

2012-06-22 14.40.21

Schweinebauch beim Brunnenwirt, der Beste in der Stadt. Und jeder von uns kann sich an irgend eine Begebenheit erinnern, bei der er oder sie dann beim Brunnenwirt gelandet ist. Oft natürlich auch Erinnerungen aus unserer Jugend, wenn man spät abends am Rande der Altstadt im Städtle wenigstens einen kulinarischen Höhepunkt hatte.

Ein Zoo, eine Artenvielfalt am Tresen, unbeschreiblich. Hier trifft Alles auf Jedes, Arm auf Reich, Dick auf Dünn, Entzug auf Sucht, Alt auf Jung, Chic auf Abgefuckt.

 

Achso, die Wurst. Es sind nackte Würste auf der Grillplatte, und diese liegen noch auf dieser. Die Würste dürften für die Optik ein bisschen dicker sein. Der Zylinderschnitzler kommt zum Einsatz. Lustig diese rechteckige Form der Pappschale. Ketchup und nicht so eine mistige Currysauce. Das passt schon. Die Brötchen die ??? ja was ist das ? Ein Minibaguette mit dem Sägemesser halbiert ist die Backware als Brötchenersatz. Die gesamte Optik lässt zu wünschen übrig. Aber nicht nur das Auge sondern natürlich auch die Zunge isst mit. Geschmacklich lässt sich nichts sagen, die richtige Temperatur, Ketchup, Currypulver und Wurststücke, von der Würze genau ausbalanciert, eine leichte, angenehme Schärfe.

Fazit

Donnerstag, 21. Juni 2012

Dienstag, 19. Juni 2012

Sonntag, 17. Juni 2012

Arschbombe

Arschbombe Piktogramm

Arschbomben Kader, Team. Für die Leistungssportler unter Euch

Falls ihr das als Vektor braucht mailt mich an.

 

 

 

 


Arschbombe verbotenFür alle Badkappenträger, Kurgäste, Bademeister und sonstige Spielverderber. Ihr können ja mal versuchen das “Arschbombenverbot” durchzusetzten. Viel Spass.

 

 

 

 

als T-Shirt gibts die hier:

 

 

geschlagen

2012-06-16 14.46.45Geschlagene, so nennen die Einheimischen hier im Schwäbischen Oberland die nackte Bratwurst. In Bad Saulgau, nachdem der Gang durch das bisschen Fußgängerzone zwar 6 Döner, 2 Pizzaläden und einen Asia Imbiss zeigte aber keine richtige Würstlesbude wurde ich am Ortsrand beim Kaufland Parkplatz fündig.

 

Der vermutliche Inhaber des Imbiss’ lehnt vor der Bude am Stehtischchen, vor mir ein Kunde. Die Frittenfett Fachkraft hinter der Theke fragt trotz meines neuen T-Shirts nach meinem Wunsch, grinst als ich mir eine Currywurst bestelle. Da man mir den Auswärtigen sicher anhört, werde ich höflich “Rote oder Weisse ?” gefragt. Weiss – was sonst ? Samstag früher Nachmittag, mir tun diese Aushilfen auch irgendwie leid; gibt es doch bestimmt besseres als jetzt im Fettgestank zu stehen. Reichlich Fett spritzt auf der Grillplatte, als das Mädel der Wurst nochmal richtig Power gibt, so viel Zeit muss sein. Der Einheimische hinter mir bestellt derweil im breitesten Oberschwäbisch a Körri, a Gschlagene .

2012-06-16 14.34.47Meine Wurst wird fertig, in den Klappschnitzler, eine mit reichlich Fruchtpartikeln behaftete Soße drüber, “wellet se’s a weng schärfer ?” – Nein, also nur noch Currypulver, ein Weckle dazu und fertig. Nochmal, so eine Currywurst muss so gut schmecken, dass sie darauf verzichten kann die Geschmacksnerven mit irgend einer modischen Schwiegermuttertot Sauce im 6 stelligen Scoville Bereich abzutöten.

2,40 Euro dafür, dass die Wurst zwar warm ist, ein letztes Quantum an Biss aber fehlt, frisch vom Grill kommt aber Röststellen fehlen. Für eine Soße, die bestimmt mit viel LIebe und vielen Zutaten zusammengerührt ist, der es aber am Geschmack fehlt. Nein, die Geschlagene ist mir nicht unbedingt auf den Magen geschlagen, war durchaus geniessbar, für einen Spitzenplatz fehlt aber doch einiges.

Fazit:

  • Look: 6,9
  • Taste: 6,8

Freitag, 15. Juni 2012

Maientag

der Göppinger Maientag findet dieses Jahr vom 15. Juni bis 18. Juni statt

  • Mai ???? im Juni ???
  • Tag ??? von 15. – 18. ???

Mittwoch, 13. Juni 2012

Currywurst statt Vollwertkost

 

Currywurst statt Vollwertkost

was meint Ihr, das würde doch gut auf ein T-Shirt passen ?

07.07.2012 Nachtrag:

hier könnt Ihr das als T-Shirt kaufen

280

 

 

 

 

 

 

 


Copyright Bild und Spruch by LeutiUnbenannt

eGK

Screenshot (2)Meine Gesundheitskasse, die einfach viel besser klingt, wenn sie sich nimmer bieder Krankenkasse nennt. Diese Gesundheitskasse ist um Sicherheit besorgt. Deshalb erhalte ich demnächst eine neue eGK (elektronische Gesundheitskarte), also wieder eine Karte, nachdem ich ja im Dezember mal wieder eine neue erhalten habe, gültig übrigens lt. Aufdruck bis 12/2017.

Eine neue Karte, diesmal mit Bild, das ich einschicken oder im Internet hochladen soll. Dieses – und nur dieses ? – schützt die Karte vor Missbrauch, wenn ich dem Begleitschreiben glauben darf. Genauer gelesen schützt es nicht mich, sondern es schützt die Kasse davor, Leistungen an Leistungsbetrüger zu zahlen, denen mein Kärtle ohne Foto in die Hände fällt. Damit im Falle eines solchen Super Gaus nicht eintritt, schreibt die Kasse noch folgenden sinnigen Satz dazu.

Bewahren Sie Ihre eGK so sorgfältig auf wie z.B. eine Bankkarte. Dann ist sie bestens gegen Verlust und Missbrauch geschützt.

Gut, die kennen die Quellen, kennen die Hersteller, die nehmen besonders lustige Pillen. Sorgfältig aufbewahren, um gegen Verlust zu schützen. In dieser unserer Republik gibt es einen Menschen, der obige Sätze als Urheber heraus gebracht hat -  er erhält Geld dafür.

2012-06-13 09.26.28eGK, elektronische Gesundheitskarte. Ein Wunderwerk deutscher Ingineurs-und  Verwaltungskunst, ein Stück Hightech im Scheckkarten Format, die wohl wichtigste Erfindung seit der Microwellen Currywurst. Solch ein Wunderwerk, dass es eine kleine Broschüre braucht um alle Vorteile herauszustellen. Wer so viel Zeit wie ich hat, liest sich das auch mal durch.

 

 

 

 

 

 

 

“Die die Dich verarschen, die hast Du selbst gewählt.” – Die Ärzte – Deine Schuld

Sonntag, 10. Juni 2012

Tippkick

TipKick 02-01 Verboten

Rasterfahndung

2012-06-10 14.52.32…der Titel der aktuellen Ausstellung im Kunstmuseum im Kubus am Schlossplatz in Stuttgart. Wir waren dort. Es hat sich gelohnt. Da müsst Ihr auch mal hin. So die Kurzfassung.

Natürlich bin ich ein alter Angeber, hab ich doch mit Kunst eher wenig am Hut. Andererseits, durch den Louvre springen, durchs MoMA hetzen, ne Jahreskarte fürs Tate und die Eremitage besitzen und vor der Haustüre…

Nochmal, Rasterfahndung, lässt gleich an die Moderne denken, gerasterte Bilder, Zeitungsbilder gleich, billiger Druck wie in Comics, gerastert wie die Lochmaske eines Bildschirms, Roy Lichtenstein fällt einem auch noch spontan ein. Diese Assoziationen hatte ich gleich, die Erwartungen wurden durchaus erfüllt.

2012-06-11 11.56.56Keine Frage, nicht alles hat gefallen, einiges hat gelangweilt. Das eine oder andere Stück hat aber doch fasziniert.

Samstag, 9. Juni 2012

Paranoia

Wer wie ich, in den beginnenden Achzigern sozialisiert wurde, der kennt es noch. Jeder einigermaßen alternativ eingestellte Heranwachsende, junge Erwachsene hoffte inständig, vom Verfassungsschutz überwacht zu werden. Nein, nicht weil das alles Nazis waren, damals war der Verfassungsschutz noch ausschließlich damit beschäftigt, den Linksextremismus zu überwachen. Stichwort Radikalenerlass. Man hatte so seine Paranoia, seinen Verfolgungswahn und frönte diesem auch.

Heute wird man nicht mehr vom Verfassungsschutz verfolgt, ja man kann heute unter den blinden Augen des Verfassungsschutzes und seinen V-Leuten in aller Ruhe einige ausländische Kleinunternehmer umbringen, ohne dass dies vom Verfassungsschutz bemerkt wird; dies ist aber ein anderes Thema. Heutzutage wird man nicht mehr vom Verfassungsschutz ausgespäht sondern vom Internet.

Dieses Internet lauert immer und überall, überwacht uns auf Schritt und Tritt. Die Oberschurken (in alphabetischer Reichenfolge) Amazon, Apple (gut, da ist’s für die meisten o.k.), Facebook, Google, Microsoft (sowieso), russische Hacker und Twitter, dieses Internet späht und verfolgt uns was das Zeug hält. Verfolgt und speichert die von uns besuchten Webseiten, registriert Begriffe nach denen wir suchen,  kennt unsere Onlinefreunde, kennt unsere Kaufgewohnheiten, kennt unseren Musikgeschmack. Speichert Quadrillionen Bilder unserer alkoholischen Entgleisungen, vergisst nicht unsere blöden Sprüche die wir getwittert haben, weiss – sagt es aber nicht immer weiter – weiss, welche Musik wir eventuell illegal runtergeladen haben, bekommt mit wenn wir uns Schweinkram im Netz ansehen. Vergisst nicht, dass wir einen Online Leserbrief veröffentlicht haben, weiß dank unserer Forenbeiträge unsere Einstellung zum Zölibat, Laktosefreiheit, die Waschintervalle unseres PKWs, weiß Dank unserer Holiday Check, Qwype, Ebay oder Amazon Bewertung welche Produkte wir verwenden, welche Gaststätten wir besuchen und wo wir Urlaub gemacht haben.

Und jetzt versucht auch noch die Schufa durch die Analyse unserer Facebook Freunde unsere Kreditwürdigkeit heraus zu bekommen – SKANDAL ! Die Empörung darüber füllt die letzten beiden Tage die Medien und das Netz. Die Schufa möchte durch Facebook Analyse unsere Kreditwürdigkeit heraus bekommen. So, wenn wir uns jetzt genug aufgeregt haben, dann gehen wir mal sachlich an die Sache ran. Ja, vor allem meine paranoide Generation wird vom Internet ausgespäht. Haben wir doch die Krux, dass wir nicht mit dem Internet aufgewachsen sind, nein wir haben uns in einer Phase in der das Lernen schon abgeschlossen schien damit beschäftigen müssen und im Gegensatz zu unserer Vorgängergeneration ist uns das so leidlich gelungen.

einmalig

2012-06-09 14.27.29

nicht in der Form von einzigartig, nur einmal vorkommend. Nein, ich werde nur einmal hier essen.

Imbiss am Forum in Ludwigburg. Andere sehen es anders, im Bewertungsportal gibt es ein breites Spektrum an Meinungen, ich hab mir meine gemacht.

Und dabei wurde gar nicht soviel falsch gemacht. Jetzt aber mal Schritt für Schritt. Samstag Mittag, 2 Gäste vorm Imbiss. Ich bin gleich an der Reihe. Die normale Currywurst ist gleich bestellt. Der Chef(koch) im Kochkittel fragt trotzdem nochmal nach:“keine Spezielle ?” – nein sonst hätt ich das vermutlich gesagt. Mit der Zange wird eine Oberländer von der Warteposition auf den vermuteten Hotspot der Grillplatte verschoben. Der Meister ist gechillt, ich bin hungrig. Mehrere Minuten drückt der Wurstwaren Zubereiter das Teil auf die Platte, ich werd ungeduldig. Schließlich hat der Man ein Einsehen, er wirft das Ding in den Häcksler, Pappschale drunter. Bis hier ist noch alles o.k. Mit der Kelle rührt Meister Maggi Fix den Bottich mit der Soße. Auch daraus macht er eine fast schon heilige Handlung, mein Magen knurrt. Endlich die Soße geschöpft, drübergekleckst und Bitteschön ihre Currywurst. Und ne Cola bitte.

Jetzt macht sich die Enttäuschung breit. Die Wurst ist noch zu hell, die Röstbräune fehlt, Fleischbrät halt. Die drück und warte Aktion hat nicht viel gebracht, die Wurst ist nicht besonders warm; die Soße übrigens auch nicht. Sowieso die Soße, bestimmt mit Liebe, Zwiebeln, Paprikastücken, Tomaten und Tomatenmark selbst gemacht wenn ich mir die verbleibenden Fragmente beschaue. Leider wurde vergessen, dem Ding irgend einen Geschmack mitzugeben. Das ist das Problem. Die ganze Currywurst schmeckt nicht, sie schmeckt nicht gut, sie schmeckt nicht schlecht, wie gesagt sie schmeckt einfach – nicht –. Schade.

Fazit:

  •  Look: 6,8
  • Taste: 6,0

Donnerstag, 7. Juni 2012

Ursl hilft

Ist es überhaupt political correct, ein so ernstes Thema wie die Schlecker-Pleite sarkastisch oder zynisch zu kommentieren ? Ist es in Ordnung Späße zu machen, wenn am Ende des Monats 25.000 Menschen, meist Frauen, arbeitslos werden ? Unabhängig wie sinnvoll eine staatliche Hilfe für den Schleckerkonzern, eventuell auch eine Auffanggesellschaft gewesen wäre, zynischer als unser Wirtschaftsminster, der gleich erkannt hat, dass 25.000 Verkäuferinnen nicht seine Klientel und somit nicht rettungswürdig sind werde ich nicht kommentieren.

Ich nehme mir dann doch lieber die Arbeitsministerin zum Vorbild. Ursula von der Leyen hat sich dann mal richtig Gedanken gemacht. Sowieso, die Ursl, ich bewunder die  ja. Unter anderem ist die Ursl ja auch Medizinerin, hatte schon mal als Assistenzärztin – und da muss ich dann immer grinsen – an der Frauenklinik gearbeitet. Sieben Kinder hat sie, ist ja auch vom Fach oder hat sie bei der Vorlesung über Verhütung geschwänzt ? Neben der Kinderkriegen beschäftigt sie sich aber auch schon seit einigen Jahren mit der Politik.

In der Politik hatte und hat sie schon die eine oder andere nette Idee. Kinder als Agent Provocateur [aˈʒɑ̃ pʀɔvɔkaˈtœʀ] (einfacher: minderjährige Alkohol- und Tabak Testkäufer) einsetzen. Als Zenursula Internet Seiten sperren lassen. Oder die Bildungs(Chip)-Karte für Kinder von Hartz IV Empfängern, immer direkt im Leben, immer direkt an der Sache, die Ursl.

Und jetzt, wenige Tage bevor 25.000 Frauen zusätzlich auf der Straße stehen werden hat die Ursl eine Idee. Die Bundesregierung will sich dieses Problems annehmen. Und da es zugegebener maßen schwierig ist, die Menschen in ihrem Beruf unterzubringen, beträgt doch das Verhältnis von offenen Stellen zu Arbeitssuchenden in diesem Bereich ca. 1:15, sollen die “Schlecker Frauen” zu Erzieherinnen umgeschult werden. Menschen, die ihren Wünschen und Neigungen folgend vor Jahren nicht den schlechter bezahlten Beruf des Gymnasiallehrers ergriffen, die wegen der minderen Gage nicht Finanzbeamte im mittleren Dienst wurden, die sich für den sicheren bequemen Job in der Schlecker Filiale und gegen das unstete Leben einer Lufthansapilotin entschieden haben. Diese Menschinnen sollen jetzt zu Erzieherinnen (ab)qualifiziert werden.

Das ist sarkastisch ? Ihr meint, hätten die Schleckermädels Erzieherinnen  werden wollen wären Sie das auch geworden ? Hör ich da doofe Einwände, dass ca. 65 % der im Einzelhandel beschäftigten keinen oder “nur” einen Hauptschulabschluss haben ? Wer fordert denn schon seit einiger Zeit, dass so “wichtige” Berufe wie Erzieherin mindestens einen mittleren Bildungsabschluss erfordern ? Gut, an die schlechte Bezahlung einer Erzieherin wären die Schlecker Frauen gewöhnt. Wer bisher Laden aufschließen, Regale einräumen, kassieren, Regale einräumen, Kunden beraten, Regale einräumen, Laden reinigen, Regale einräumen, Laden abschließen konnte ist als Erzieherin bestimmt ähnlich belastbar.

Ach, wie oben schon gesagt, was sagen wir denn den bisher anderen Arbeitssuchenden im Bereich des Einzelhandels ? Euch schulen wir nicht um, ihr seit ja schon daran gewöhnt ?

ich glaub ich muss schon wieder kotzen

NWCA

2012-06-07 023

…jetzt ? Für was steht das ? NWCA ? Offizieller NWCA nordic walking trail ?

N Nordic ?
W Walking ?
C ???
A ? – Association ? Richtig !

also, für was steht dieses NWCA ?

 

Ich sag’s euch.
Nordic Walking Coach Association, der Nordic Walking Trainer Verband.

Deutschland halt, für alles und jedes einen eigenen Verein, einen eigenen Verband gründen, möglichst noch mit ein paar englischen Worten im Namen.

einchecken ?

Mein WASA, mein Streichelhandy, mein Smartphone kann zwar keinen Kaffee kochen, hat aber ein GPS Modul, damit es und ich, damit wir beide wissen, wo wir uns befinden. Als Technik verliebtes Spielkind hab ich eine Unzahl verschiedener Apps installiert. Unterwegs passiert es dann, dass sich dieses Handy ab und an meldet und fragt ob es sich bei XYZ einchecken soll. In sozialen Netzwerken wird dann Kund getan, dass ich mich jetzt bei XYZ befinde.

Wozu ? Man könnte ja feststellen, dass sich ein weiteres Mitglied meines Netzwerks ganz in der Nähe aufhält. Könnten wir uns doch treffen; oder ? Natürlich könnte auch ein Geschäft, in dessen Nähe ich mich aufhalte, bei dem ich mich einchecken soll, na, dass dieses Geschäft mich auf der Straße abgreift und in sein Inneres zieht. Und natürlich kann mein Facebook dem XYZ bei dem ich gerade vorbei komme, vielleicht auch ohne dass ich mich einchecke, diesem XYZ mitteilen, dass das Mitglied Leuti, 48 Jahre alt, 12 Kilo Übergewicht mit dem und dem Browserverlauf gerade bei XYZ vorbei geschlappt ist.

Andererseits, weiß ich gar nicht, ob es mir nicht auch ein bisschen peinlich ist. Bei meinen letzten Spaziergängen wurde mir vorgeschlagen:

wollen Sie sich bei: Sucht- und Drogenberatung Waiblingen einloggen ?

Vermutlich stell ich diese Funktion ab.

Mittwoch, 6. Juni 2012

Conny’s Grill

2012-06-05 18.49.16

…so steht’s an der Bude, am Imbiss. Gegenüber dem Bahnhof in Schorndorf. Einer der Parkplätze ist frei. Schön. Ein Imbiss an dem man direkt davor parken kann.

18.30 Uhr, ich bin der einzige Kunde. Conny oder wie auch immer die nicht mehr ganz frische aber freundliche Dame heißen mag, nimmt meine Bestellung entgegen. Eine Curry. Eine Normale bitte. Gut, ich sehe Oberländer auf der Grillplatte. Schlecht, ich sehe auch einen Hafen mit Deckel auf einer Art Wärmeplatte.

Conny oder wie die auch immer jetzt heißen mag, schnappt sich eine Wurst, lässt sie durch den Häcksler in eine Pappschale. Schlecht, der Topf kommt zum Einsatz, eine Kelle voll fertige Currysauce lässt die Wurst in der Schale schwimmen. Curry-, Pfeffer oder Paprikapulver gibt’s keines drüber. Nochmal schlecht. Zwoi Fuffzig in der Provinz für so etwas ganz o.k.

Im Vergleich zu einem von einem Griechen betriebenen Imbiss fällt auch hier eines sofort wieder auf. Die Speise ist warm. Der gebrauch der ON/OFF Schalter der Herdplatte ist den anderen Betreibern geläufig. Sprich auch diese Wurst war warm, die Soße fast zu warm, eine leichte Schärfe, geschmacklich nichts weltbewegendes aber durchaus genießbar. Die Wurst auf den Punkt gegart, nur wenige beherrschen diese Kunst. Das Brötchen schlicht, nette Bräunung ohne je in den Verdacht zu kommen mehr als 10 Cent im Einkauf gekostet zu haben. Prima.

So schlecht, wie in meiner Facebook Kritik, war die ganze Sache gar nicht, ohne jedoch ein Highlight gewesen zu sein. Nach wie vor isst bei mir das Auge auch mit und da geht es gar nicht, dass man keine Pulverfragmente auf der Wurst erkennt, beziehungsweise die Soße nach etwas anderem als nach Ketchup aussieht. Ich will auch mal mit einem aufgespiessten Wurststückchen wild gestikulierend die Weltpolitik in Ordnung bringen ohne dass ich mir dabei das T-Shirt mit der hochviskosen Fertigsauce versaue.

Fazit:
Ich muss meine Bewertung ein bisschen ändern,  und das mit dem Suchtfaktor vergessen wir mal. Ich werd’ Conny ne zweite Chance geben

Look: 6,9
Taste: 7,1

Dienstag, 5. Juni 2012

Promotion

…Werbung muss ich mal machen, für dieses Posting. Das Einzige, dass bis zur Minute noch von Niemandem besucht wurde.

Montag, 4. Juni 2012

ach was !

der Spiegel hat’s herausgefunden. Nach vermutlich monatelanger investigativer Recherche. Die Israelis rüsten die von den Deutschen verschenkten verkauften U-Boote vermutlich mit atomaren Raketen aus.

Vielleicht hat aber auch nur einer der Redakteure beim Grass Bashing so lange gebraucht, das “Gedicht” zu lesen, zu entwirren, sich zu empören aber schlussendlich auch zu verstehen.

Vielleicht hat aber auch  nur ein Volontär im Archiv den Spiegel-Artikel vom 11.10.2003 wiederentdeckt. Schlagzeile damals:

Deutsche U-Boote zu Atomwaffenträgern umgebaut

Qualitätsjournalismus ?

Sonntag, 3. Juni 2012

Sprühen verboten

Sprühtraktor Verboten

Sprühtraktor Verboten Durchgestrichen

Meine zeichnerischen Fähigkeiten sind mehr als beschränkt. Als ich aber letzthin so einen Traktor mit dem großen Sprühausleger sah, wollt ich das mal nachbauen.

Und auch wenn ich nicht so von der Bio Fraktion bin find ich das ganz gelungen. Durchgestrichen oder einfach ? Noch ein Spruch dazu ?

Achtung Midlife Crisis

 

Schild Midlife Crisis 02

manchmal sieht man sie dann. Graumeliert, trendige Klamotten, manchmal sogar Chucks, oder die Basecap falschrum drauf. Manche wollen oder können nicht älter werden. Ich auch.

Links zu den Midlife Crisis T-Shirts hier

Als Verbotsschild geht’ auch:

Schild Midlife Crisis Verboten

oberflächlich

2012-06-03 16.12.27

…die Ausstellung Maori im Linden-Museum. Schon ein Weilchen gibt’s die Schau über “Die ersten Bewohner Neuseelands” im Stuttgarter Völkerkunde Museum. Nachdem uns beim letzten Versuch zu viel Andrang herrschte, war heute das Wetter nochmal schlecht genug um ins Museum zu gehen. Ein Volk auf der anderen Seite des Erdballs, wir waren neugierig.

Leider handelt es sich bei dieser Sonderausstellung nur um einen kleinen Einblick. Ein wenig woher kommen die Maori, ein paar Angelhaken, ein wenig über die Tattoos, ein paar Waffen. Wirklich alles nur angerissen, sehr vieles bleibt offen. Religon, Stellung der Frau in der Gesellschaft, Ernährung, Jagd und Ackerbau, Fischfang, Riten und Bräuche. Bedeutung der einzelnen Tattoos, wozu überall die Waffen, wieso nur die Paddel, wieso kein Boot. “Nein, für die Sonderausstellung gibt’s keinen Audioguide” – gäbe es wirklich nicht mehr zu erzählen, gäbe es nicht doch noch interessant Details ?

Die Großen Wandtafeln auf deutsch und auf englisch. Die Schaukästen und deren Erklärung nur noch auf deutsch. Wieso so inkonsequent ?

7 Euro pro Erwachsenem Eintritt für eine – Entschuldigung: dahin geschluderte Ausstellung – zu viel.

Samstag, 2. Juni 2012

No-Go

2012-05-29 11.31.37

Manche Dinge gehen gar nicht. Kurz nach elf. Die Kneipe daneben hat geöffnet. Der Imbiss auch. Ein Fernseher läuft. Wild gestikulierend geht der Typ von der Straße wieder ins Innere. Er telefoniert. Weißhaarig leicht gebeugt steht der Meister hinter seinem Tresen. An der Wand in blauem Rahmen die Urkunde. Die IHK Stuttgart gratuliert einem griechischen Namen zu 25 Jahren UDO Snack. Wie viele Jahrzehnte das Ding schon hängt, wann die Urkunde verliehen wurde kann ich aus der Entfernung nicht lesen.

Die Gattin ist dabei. Eine Curry und ein Hamburger. Der Popolus schnappt sich aus dem Nichts eine Hackfleischscheibe und wirft sie auf die Grillplatte. Nach meinem letzten UDO Erlebnis suche ich nach einem Topf aus dem die fertigen Currywurst Stücke gefischt werden. Da passiert das Unfassbare. Der Popolus nimmt aus einer Schublade eine Oberländer und versenkt sie in der Fritteuse !

Ich schnappe nach Luft. Wenn es etwas gibt das gar nie ! nie ! nicht geht ist es das. Die Wurst in der Fritteuse erhitzen. Alles was der Popolus jetzt noch macht nehme ich wie durch einen Schleier wahr. Ich weiß jetzt schon, dass das nichts mehr wird. Den Gedanken noch einen Burger zum Testen und Nachspülen zu bestellen verkneif ich mir sofort. Ich werde froh sein, wenn ich die Wurst überlebe. Wir setzen uns an ein Tischchen und warten. Der Burger bruzelt, die Fritteuse blubbert, der Handytyp isst weiter an seinen gemischten Fritz. Ein junger Mann, eingefallenes Gesicht, Zeckenzüchter Barthaare, wirr. Scheint derzeit in einem Methadon Programm zu stecken. Hilft hinter dem Tresen – was ?

Der Alte vertreibt sich die Zeit damit, dass er aus einer Plastikkiste zusammengebackene Brötchen trennt und aufschneidet. Wir warten. Nichts los draussen. Nach ein paar Minuten versucht Poplus die Grillerehre zu retten. Mit der Zange durch eine geschickte Bewegung die Wurst halbiert, die Hälften nebeneinander ausgerichtet. Mit einem gelblichen Messer, das mehr an Playmobil als an ein Keramik Highend Schneidewerkzeug erinnert schnitzelt er die Wurst. Immer zwei Stücke auf einmal. Respekt.  Ketchup, keine Soße und Pulver drüber.

Es hilft nichts, ich muss es ja probieren, der Zeckenzüchter bringt uns unser Mahl an das Tischchen. Orangenes Minitablett, mit einem Blatt Zewa geschützt. Die Currywurst, ein komisches aufgeschnittenes Brötchen, der Burger auf dem zweiten Tablett. Nach dem vorher gesehenem lässt sich die Wurst nicht mehr unvoreingenommen beurteilen, man schmeckt das, wenn die Wurst in der gleichen Brühe wie Fritz schwimmen muss. Ich esse weiter. Das Brötchen ist falsch. Die gleiche Brötchen verwendet er auch für die Hamburger. Vermutlich sind sie von dem gleichen (griechischen ?) Großbäcker, wie die vom kalten Griechen in Schmiden.  Jedenfalls schmecken sie so. Nicht gut.

Fazit:

  • Look: 7,2
  • Taste: 5,6

Tag der Organspende

…immer am 1. Samstag im Juni. Laut Wikipedia:

“…Organisationen…informieren an diesem Tag rund um die Organspende/Organtransplantation und verteilen Spenderausweise.”

Mit diesem Wissen war ich dann heute in Stuttgart auf der Königstrasse.

Die Tierversuchsgegner hatten einen Stand. Eine Ausgestopfte Katze in einem nach Folter aussehendem Gestell eingeklemmt. Widerlich.

Eine Gruppe Schweitzer Powershopper begleiten mich ein paar Meter. CHF 52,--  für die Tagesfahrt mit dem Bus von Luzern nach Stuttgart. Musical Besuch ab CHF 135,--  in der III. Kategorie extra. Dann lieber doch nur einkaufen. Touristisch.

Ein erster Flaschensammler checkt die im Boden versenkten Müllbehälter. Ein Haken, ein Greifer am langen Stock, die Fundstücke werden im Einkaufswägelchen verräumt. Noch zweimal so ein Glück wie gerade eben und die nächste Flasche ist bezahlt. Beschämend.

Lila T-Shirts, “Vorbei” in weißer Schrift. Gab es diese Junggesellen Abschiede vor 30 Jahren auch schon ? Ich wüsste nicht. Für diesen Junggesellen wurde es Zeit, mehr graue Haare, mehr Bierbauch geht doch schon fast nicht mehr. Peinlich.

“Praise the Lord” schwarzer Man in schwarzem Anzug mit lauter Stimme auf Englisch verkündet er seine Wahrheit. Drei Frauen in bunten Kleidern unterstützen ihn. Folkloristisch.

Achso, Tag der Organspende. Ich hab keinen Stand gesehen, wurde von Niemandem angesprochen. Die Koran Verteilaktion der Salafisten hatte deutlich mehr Publicity. Mein Windows Live Writer unterkringelt Salafisten als Rechtschreibfehler; ein noch zu neues Problem oder Feindbild ?

Montag, 28. Mai 2012

Residenz Würzburg

2012-05-28 036

Im Hintergrund natürlich – die Residenz, das Schloss. Ein riesen Kasten, 168 Meter breit auf der Gartenfront. Barock. Wir sind einmal drum rum gelaufen, gewaltig. Die Innenräume seien sehenswert, wir haben heute keinen Nerv, wollen nicht zwischen erstaunlich vielen Japanern eine Führung machen. Ja , der flächenmäßig größte Fresko sei zu sehen, sowie ein imposantes Treppenhaus. Egal. Die UNESCO hat’s zum Weltkulturerbe erklärt. Verständlich.

Sonntag, 27. Mai 2012

selber schuld

2012-05-27 10.00.54…könnte man sagen, selber schuld, wenn man für einen vermeintlichen Gag so etwas macht. Der Plan war, sonntagmorgens die Facebook Gemeinde mit einem weiteren Currywurst Bild zu nerven. Sonntagmorgens um 10.00 Uhr.

Es ist dieses “ich bring mich für 5 Minuten Ruhm um”, dieses “Wetten dass ?” Syndrom.

Nach meinem Frühspaziergang an der alten Weinsteige fand ich es angemessen, diesen Gag zu bringen. Insgeheim hatte ich gehofft, beim legendären Brunnenwirt an diesem Pfingstsonntag eine frühe Currywurst zu bekommen. Irrtum.

Ich hatte meinen Plan und den Hunger fast schon aufgegeben, sah mich schon beim Bäcker meines Vertrauens Brötchen kaufen, da fiel mir noch der Bahnhofsvorplatz Cannstatt ein. Hier herrschte fast schon Hochbetrieb. Überall Menschen, eine Imbiss Dichte von der man eigentlich träumen müsste.

Der Schnell – Imbiss direkt vorm Bahnhof hat geöffnet und schon Kunden. Auch Sonntagmorgens hat der Cannstatter Bahnhofsvorplatz den Charme einer No Go Area im Herzen einer englischen Industriestadt. Ich frage mich immer ob kontrolliert wird ob man entweder Migrationshintergrund, ein Drogenproblem, ein IQ im einstelligen Bereich  oder wenigstens einen Alkoholpegel über 1 Promille hat, bevor man den Platz betreten darf.

Die fünf Gestalten neben dem Imbiss scheinen keine Zähne mehr zu haben, sie frühstücken ausschließlich flüssig aus braunen Flaschen. Hab ich das Auto abgeschlossen  ? Der Grieche im Imbiss beobachtet einen Passanten auf der anderen Strassenseite, der laut gestikulierend telefoniert, filmt das mit seinem iPhone. Muss mich halt seine Frau bedienen.

Eine Currywurst normal bitte. Mit griechischem Slang fauchend wiederholt sie die Bestellung. Eine Chhhhhhhhurrywurst normal. Flink wird eine (gut) Oberländer in den Schnitzler gepackt, Schälchen drunter, Ketchup drüber mit Pulver bestäubt, fertig in Rekordeit. Ein Plastikstupfer dazu und ein Weckle. 2,30 €. Bitteschön.

Ich probiers. Die Wurst ist kalt, kälter als die augenblickliche Umgebungstemperatur.Die Restwärme vom Vortag ist verflogen, die Platte noch immer ausgeschaltet. Klar die Nacht war kühl und das Fleischerzeugnis hat bestimmt die Nacht auf der abgeschalteten Herdplatte verbracht – hoffentlich nur diese Nacht.  Dass die Wurst in einem früheren Leben schon mal erhitzt wurde ist klar, die vertrockneten Röststellen nehmen fast den halben Durchmesser dieses “Lebensmittels ?” ein.

Beim ersten Biss in das Brötchen fällt mir wieder ein, wieso ich es für sinnvoll halte, dass es in Deutschland ein Mindesthaltbarkeitsdatum gibt. Wieso es hier mit südländischer Leichtigkeit ignoriert wird ist mir unklar. Fakt ist, das ich diese Versteinerung in Form eines Weckles eher dem Holzmadener Urweltmuseum als einem Kunden angeboten hätte. Ein Stück ess’ ich noch, bis - wo ist der nächste zahnärztliche Notdienst ? Soeben hab ich mir bestimmt eine Plombe rausgebissen.

Ich gebe auf. Das nicht mal ganz so schlechte Ketchup, das ganz passable Pulver können's nicht mehr retten.
Laut Verbraucherministerium wirft jeder Deutsche täglich mehr als 300 gr. Lebensmittel weg. Ich auch. Und jetzt ist mein heutiges Soll erfüllt.

Look: 7,00
Taste: --,-- (nicht gewertet, hab nur 1 1/2 Stücke gegessen)

philosophiert

Eine Schande für eine reiche Gesellschaft. Diese Flaschensammler. Schon alleine der Begriff. Natürlich geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander, natürlich haben Schlecker, Setra, Opel und andere Arbeiter und Angestellte Angst um ihren Arbeitsplatz, genauso freuen sich die Mitarbeiter erfolgreicher Unternehmen an ihren Boni. Und während jetzt noch ein paar wenige nach durchfeierter Nacht Nachhause wanken klappert der Flaschensammler am Pfingstsonntag Morgen die Müllereimer ab. Marienplatz Stuttgart. Der Flaschensammler, der Betreiber des Cafes, und ich. Mehr sind nicht zu sehen.

2012-05-27 002Die üblichen Spuren eines lauen Samstagabends liegen noch herum. Kippen, die weißen Plastikbecher weil die Kids den Wodka immer noch nicht pur sondern gemixt trinken und hier am Marienplatz auch reichlich Fastfood Verpackungen. Der Burgerkönig hat an einer Ecke des Platzes eine Filiale - da wundert mich nix. Marienplatz, die “Talstation” der Zacke, der Stuttgarter Zahnradbahn.

Samstag, 26. Mai 2012

alle Jahre wieder

…kommt nicht nur das Christuskind. Nein alle Jahre wieder, oft zur Ferien- oder zur Sauregurkenzeit kommt dann so eine Politnase, gerne aus der zweiten oder dritten Reihe daher und fordert ? Richtig die:

PKW Maut

Und wie schon das eine oder andere Mal von mir thematisiert geht mir das ziemlich auf den Zeiger.

Heute am frühen Samstagmorgen meldet mein SWR1 Radio im halbstündigen Abstand, Verkehrsminister Ramsauer (CSU) häbe (schwäbischer Konjunktiv I) jetzt ein fertiges Konzept für eine PKW-Maut in der Schublade, das schon in aller nächster Zeit im Koalitionsausschuss beschlossen, diskutiert werden soll. Jetzt ist es natürlich nicht so, dass Peter "Von einer Pkw-Maut ist im Koalitionsvertrag nirgends die Rede" Ramsauer an diesem Thema frisch dran ist, nein, er geht ja schon ein Weilchen damit schwanger. Zumal sein eigentlicher Cheffe Horst (Störfeuer) Seehofer dieses Thema schon lange auf der Agenda hat und der Vietkong mittlerweile auch nicht abgeneigt ist. Sorgen macht mir aber diesmal eines:

Die wollen das Anfang Juni diskutieren,  just da beginnt die Fußball EM 2012. Ich fürchte mal, dass während wir noch auf die Vorrundenqualifikation hoffen, die Alte und ihre verschlagenen Kumpels Koalitionspartner das in einer Nacht und Nebel Aktion durch den Bundestag peitschen.

Große Sorgen macht mir das Thema zumal wenn man genau hinhört. Eine Papiervignette nach österreichischem oder schweizer Vorbild, ein Bäbberle sozusagen. Keine Hightech Lösung die Jahre bis zur technischen Umsetzung und Einführung braucht. Nein so Bäbberles sind schnell gedruckt, da können wir fast schon sofort loslegen, die haben die Kohle wohl nötiger als die Griechen. Und ja, in den aktuellen Pressemeldungen steht nix von gleichzeitiger Senkung der Mineralöl- oder KFZ Steuer.

na also

Der Bundestag hat am Freitag eine Änderung des Transplantationsgesetzes beschlossen.
Mein früheres Posting dazu: Organspender
für Euch nochmal durchgelesen und kommentiert:

Zukünftig sollen alle über 16 jährigen Krankenversicherten alle zwei Jahre von ihrer Krankenkasse gefragt werden ob sie Organspender werden wollen. Ab 2017 soll diese Entscheidung auch wie es sich für ein Hightech Land gehört auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden. Lebendspender erhalten die normalen Krankenkassenleistungen für ihre Spende.
Wenn ich es richtig im Gedächtnis habe sind ca 3/4 der Bundesbürger bereit im Todesfalle ihre Organe zu spenden, allerdings besitzen nur ca. 1/4 der Bundesbürger einen Organspende Ausweis. Ich persönlich kenne in meinem Umfeld keinen einzigen, von dem ich weiß, das er/sie einen Organspender Ausweis besitzt. Mal abgesehen davon, was es uns noch stören sollte, wenn wir tot oder am Sterben sind, was danach mit unseren Organen passiert, so sollten wir diese Entscheidung unseren Angehörigen abnehmen. Diese Entscheidung sollten wir aber schon zu Lebzeiten kommunizieren und können diese durch den Ausweis dokumentieren.
Es bleibt somit unsere beziehungsweise die Entscheidung unserer Angehörigen ob wir Organe spenden oder nicht. Es gibt somit keine Verpflichtung dazu. Soweit sollten wir als soziale Wesen aber auch von selbst darauf kommen uns mit unserer eigenen Sterblichkeit, eventuell auch mit der Bedürftigkeit einer Organspende, auseinander zu setzten. Schlimm dass es dazu ein Gesetz braucht.
Das Gesetz, nun ja, typisch deutsch, kompliziert, aufwändig und teilweise unnötig.
  • Erstens, warum sollen die Krankenkassen die Versicherten befragen ? Ist das deren originäre Aufgabe ? Die Bundesrepublik schreibt zu Wahlen, zum Zensus2011 oder aus steuerlichen Gründen ihre Bürger an, da könnte man mal alle paar Jahre so ein Schreiben raushauen.
  • Zweitens, ab 16 Jährige, bis 18 noch nicht vollständig geschäftsfähig, aber eine essentielle Lebensentscheidung treffen ?  Nicht dass ich es den 16 Jährigen nicht zutraue darüber eine Entscheidung zu fällen, eine Meinung zu haben, aber wieso da ein Herauslösen aus dem Erziehungsberechtigten / Abhängigen Verhältnis ?
  • Drittens, Lebendspenden. Lebendspenden sind nur an direkte Angehörige möglich/erlaubt. Damit soll eine Organprostitution ausgeschlossen werden. Völlig in Ordnung. Ich denke aber dass bei einer Lebendspende Übernahme der Krankenhauskosten, Krankenhaustagegeld, Anspruch auf eine Reha die Entscheidung nicht beeinflussen, hier zählt doch sicher nur die enge familiäre Bindung.

Freitag, 25. Mai 2012

wünschenswert

könnte mich mal jemand kurz zwicken ? Nur dass ich weiß, dass ich nicht träume. Meine Begeisterung für die Villa Berg könnt ihr hier und hier nachlesen. Lest jetzt aber mal den Artikel in der Online Ausgabe der Stuttgarter Nachrichten in Sachen Villa Berg. Mal abgesehen davon, dass es als Stadt Stuttgart ziemlich clever ist, erst das Areal für n Euro zu verticken, dann zuzusehen, wie der Eigentümer pleite geht, das Gelände einem Investor (günstig ?) zufällt, dem Investor seine Baupläne zu durchkreuzen indem man keine Baubewilligung gibt und schließlich das Gelände wieder zurückzukaufen. Also abgesehen von diesem Umstand.

Was haben der Baubürgermeister und der Finanzbürgermeister da für eine großartige Idee ? Den Sendesaal der Villa Berg für Konzerte nutzen ? Eventuell sogar für Rockkonzerte ? Man hat ein Bewusstsein entwickelt, dass die derzeitige rockmusikalische Situation mehr als unbefriedigend ist. Zumal die Röhre jetzt wegen S21 auch noch weg fällt. Und wer will allen Ernstes tatsächlich im Universum irgend etwas anderes als Treffen der Klaustrophobie Liga veranstalten ? 

ich kann’s nicht glauben

Sonntag, 20. Mai 2012

Brief und Siegel

Wenn etwas besonders wahr ist. Wenn etwas sowas von wahr ist. Dann vergibt man wie der König oder Kaiser damals “Brief und Siegel”. Seit den Neunzigern des vergangenen Jahrtausends kommt ein neuer Trend, jede Klitsche, jeder Betrieb und jeder Konzern lässt sich und die Qualität seiner Arbeit kontrollieren und zertifizieren – sich ein Zertifikat darüber geben. Die Kontrollinstitute verdienen vermutlich gar nicht schlecht an diesem Furz. Und neben dem Firmenlogo prangt dann immer noch ein Siegel ein Stempel, dass dieser Betrieb nach irgend einer Norm zertifiziert ist. Wunderbar.

2011-02-26 004-109

Und wenn ich in hoffentlich ferner ferner Zeit vor meinen Schöpfer treten muss kann ich mir sicher sein in Stuttgart ein “Kontrolliertes Krematorium” vorzufinden, dass mit Siegelurkunde bestätigt bekommen hat, dass es alle Kriterien der ethisch-technischen Siegel-Richtlinie des AKK erfüllt. Dass es sich mit der Wort-Bild-Marke im Markenregister des Deutschen Patent- und Markenamt unter der Nummer 307 54 377 registrierten Marke schmücken darf.

– da gibt man doch beruhigt den Löffel ab -

 

 

(ja ich weiß, dass das Foto unter aller Sau ist, mir ging es um den Inhalt)

Samstag, 19. Mai 2012

legendär

…der Imbiss. UDO Snack. Meine ersten Erinnerungen an den Chef waren, dass er Mitte der Siebziger hinterm Kaufhof in Cannstatt seine Bude hatte, auch als UDO Snack. Wie lange es den UDO in der Calwer Straße gibt weiß ich nicht. Heute also UDO Stuttgart Mitte. Elf Uhr Samstagmorgen. Nur 2 Gäste außer mir, ich bin gleich an der Reihe. Curry normal und zwei Cheeseburger für mich und die Terrortochter. Ich richte mich auf eine Wartezeit ein, seh’ ich doch auf der Grillplatte keine einzige Wurst.

2012-05-19 11.49.55Getäuscht, die Chefin der schnellen Speisen dreht sich um und fischt aus einem Topf fertig geschnittene Currywurststückchen mit Sauce. Ich werde ein Fall für den Einsatz eines Defibrillators, bekomme Herzrhythmusstörungen. Das geht gar nicht, eine Schande fürs ganze Gewerbe. Sichtlich geschockt nehme ich die Schale entgegen. Ein Brötchen dazu und los.

So sehr das Aussehen und seine Entstehung, nun sagen wir mal gewöhnungsbedürftig sind, so sehr bin ich über den Geschmack überrascht. Es lässt sich erkennen, dass die (wenigen) Wurststücke von einer Oberländer stammen, leichte Röstränder sind zu erkennen. Durch das Herstellungsverfahren haben die Stücke exakt die gleiche Temperatur wie die Sauce. Die Sauce aber ist das wirklich gute an dieser Wurst, besitzt eine Ketchupnote ohne zu süßlich zu sein. Ist scharf ohne die Geschmacksknospen abzufackeln. Das darüber gestreute Pulver verbessert Optik und Geschmack. Wie viel Gramm die Wurst hatte, einen wie großen Anteil an einer “normalen” Wurst ich hatte, weiß ich nicht. Für Stuttgarter Verhältnisse sind aber 2,50 € in teuerster Lage für so Etwas mehr als ok.

2012-05-19 11.49.14Anschließend war der dann doch ganz konventionell gegrillte und zubereitete Burger an der Reihe. Was soll man sagen ? Die besten Burger gibt,s nicht beim amerikanischen Fastfood Fillialisten sondern eben hier. In Sachen Burger ist UDO einfach eine Legende.

 

 

Das Currywurst Fazit:

  •  Look: 7,8 (und das nur wegen des Holzspießes und der Pappschale)
  • Taste: 9,2

Land’s End

…der westlichste Punkt Englands. Von hier startet heute das olympische Feuer auf seiner Tour über die Insel.

schlicht

…einfach, leichtgläubig ? Ja klar, ich bin einfach gestrickt, habe auch maximal Stammtischintelligenz, woher soll’s auch kommen ? Dann ist es auch so, dass man die großen, die komplexen Weltzusammenhänge einfach nicht überblickt. Es hindert einen aber nicht immer davor sich Fragen zu stellen.

JP Morgan, das Bankhaus hat in den letzten vier Monaten laut Presseberichten einen Verlust von 2 Milliarden Dollar gemacht. Hat mal einfach gedacht, vor vier Monaten für Aktien oder Hypotheken 2 Milliarden ausgegeben und stellen heute fest, dass diese Nichts wert sind. Aber das Geld ist ja nicht weg, sondern nur woanders, sprich irgend jemand hat das Zeugs ja an JP Morgan verkauft.

Wie heißt die Firma/Organisation der es gelungen ist 2 Milliarden für wertloses Zeugs zu kassieren ?

Facebook ging heute Nacht in Amerika an die Börse. Die Firma ist ungefähr 100 Milliarden (zum einfachen rechnen) Dollar wert. Facebook hat im Augenblick rund hochgerechnet 1 Milliarde Nutzer. Diese 1 Milliarde Nutzerdaten sind das Kapital der Firma, von dem man hofft durch Werbeeinnahmen Gewinn generieren zu können.

100 Dollar/pro Nutzer Werbeeinnahmen ? als ROI (Return of Investment) ?

Donnerstag, 17. Mai 2012

zweischneidig

2012-05-17 10.56.10

…der Eindruck. Currywurst auf Porzellan, nicht geschnitten. Im Ausflugslokal, im Schuler oben am Schaubauernhof in der Wilhelma. Andererseits, Oberländer als Grundlage, richtige Oberländer also nackte Bratwurst, keine Thüringer oder eine blöde Rostbratwurst. Dann aber wieder die Soße mit der Kelle drüber geschaufelt, dünnflüssig. Dafür dann wiederrum beste Currymischung als Pulver drüber.

Entgegen meinen Gewohnheiten hatte ich zwei Stunden davor noch gefrühstückt. Ich musste mich schon fast zwingen jetzt, fünf Minuten nach elf eine Currywurst zu essen. Der frühen Stunde ist es aber vielleicht zu danken, dass diese Wurst exakt den richtigen Bratzustand hatte. Nicht zu kalt, nicht zu heiß, nicht zu cross, nicht zu weich. Ein Brötchen darf ich mir an der Theke selbst aussuchen. Inflationäre 3,60 €uro wollen die dafür.

Die Wurst wirklich gut, keine Spur von Fritteuse, die Sauce einen Hauch zu süß, Ketchup pur ist halt immer noch am Besten. Das Pulver ein Gedicht. Leichte schärfe, klasse Geschmack.

Fazit:
 Look: 6,8
Taste: 8,2

Himmelfahrt

Vatertag, Vaddrdag für Väter und vor allem für solche, die es noch werden wollen oder die wenigstens den ersten Schritt zum Entstehungsprozess des Vaterwerdens erfahren wollen.

Mittwoch, 16. Mai 2012

Brückentagasthenie

aus Bürodeutsch “Brückentag” und altgriechisch ἀσθένεια asthéneia „Schwäche“
die Schwäche Brückentage zu erkennen oder zu nutzen.

Ich


brückentagasthenie…und nebenbei noch ein Wort erfunden, dass es bis jetzt nur einmal, nämlich bei mir im Internet gibt.

Montag, 14. Mai 2012

unser Imbiss

2012-05-14 16.23.08

…nennt sich die Bude in Cannstatt an der Daimlerstraße. Auf dem Gelände des Toom Baumarkts. Parken gleich davor, ein schnell verdienter Pluspunkt. Die Bude mit zwei späten Mädels hinter der hohen Theke. Die eine scheint deren Ware durchaus das eine oder andere mal auch zu essen. Freundlich die Damen, wenn auch nicht still oder verstockt. Ein paar Stehtischchen, ein paar Biertische.

Die Karte überschaubar, Ham- und Cheesburger, Hot Dog und ein paar Würste. Ich will ne Curry. Aber was die alles wissen wollen: Rote oder Oberländer ? Normal oder Spezial ? Welche Schärfe ? Richtige Männer oder die das noch werden möchten können verschiedene Schärfegrade bis hin zu fast tödlich wählen.Brötchen groß oder klein ?

Ich bestell die Wurst, wie sie sein muss, Oberländer, kleines Weckle, normal. Eine gute Currywurst braucht nicht den Heldenfaktor der bis zur Folter gehenden Schärfe. Wenn ich,s scharf haben will kann ich immer noch Batteriesäure lutschen, ein wenig schmecken will ich bei der Curry schon. Interessant diese großes Weckle – kleines Weckle Auswahl. Die großen Wecken sind Mutanten, die kleinen sind immer noch größer als normale anderswo.

Die Brutzelbraut befördert die Wurst nach meiner Bestellung sofort in den Schnitzler. Kein blödes nochmal mit der Zange auf die warme Grillplatte drücken. Schnitzler, Pappschale drunter und fertig, ein kleines Manko, sie beherrscht nicht die Handschnitzelung wie  der -Gott hab ihn selig- Chef. Bestes Ketchup drüber, Curry- Paprika- Pfefferpulver drüber und gut. Kein ertränken der Fragmente in einer aus einem 10 Litereimer gelöffelten Curryfertigsauce.

Dass das was werden wird erkenn ich im Ansatz, auf die Frage ob’s noch was sein darf bestell ich noch einen Hamburger “Sie moinet ohne Käs ?” – genau sonst hätt ich Cheeseburger bestellt ! Derweil die Curry in der Sonne genossen, ein Gedicht. Die Wurststücke beissen sich wie sich Currywurststücke beissen müssen, das Ketchup darüber nicht kalt sondern wohl temperiert. Eine ganz vorsichtige schärfe des Pulvers, ohne fad zu schmecken. Das “kleine” – Brötchen passend um pro Wurststück einen Bissen zu nehmen.

2012-05-14 16.22.342,50 € für so ein Meisterwerk, sensationell

Fazit:
Look: 9,5
Taste: 9,4

“unser Imbiss” auch mein Imbiss

 

 

Achso, der Hamburger; “Mit Ällem ohne Käs ?” – “Ja mit Ällem ohne Käs !”  prima. Wer noch weiss, dass der Hamburger Royal früher mal der Viertelpfünder war, würde dieses Teil nur Pfünder nennen. Mehr als reichlich, mehr als gut.

Sonntag, 13. Mai 2012

Obere Ziegelei

2012-05-13 051

Wengerthäusle

2012-05-13 009

…der IHK. Ich mein das kleine am oberen Ende, nicht die fast abgerissene Bude.
Wengerthäusle; vielleicht auch  Schaltzentrale der (Lokal-) Macht. Mehr Schaltzentrale als mancher für möglich hält, so munkelt man. Platz für wenige, handverlesene Gäste. Mit Blick auf vielleicht das eine oder andere Stuttgarter Projekt oder Problem.  Mit Blick auf vielleicht eine andere Sicht als aus der Villa Reizenstein. Mit Blick auf vielleicht mehr als sich aus dem Landtag erkennen läßt. Im Augenblick mit Blick auf erste Abriss Rückbau Aktionen für das Bahnhofsprojekt. Mit einem Blick den ich vermutlich so nie haben werde.

Samstag, 12. Mai 2012

Midlife Crisis

November 2008, ein Wintereinbruch. Trotzdem mit der Tochter nach München ins Zenith gefahren “Bullet for my Valentine” kommt. Vor der Halle ist's Schweine kalt. Während ich mir überlege, wie es ist, wie Robert F. Scott auf dem Rückweg vom Südpol im ewigen Eis zu sterben, stehen um mich rum schwarzhaarige, ziegenbärtige Zeckenzüchter im Muscle-Shirt und kurzen Hosen.

Die im Auto vergessene Packung Ohropax bleibt dort, nachdem mir durch den Kopf schießt, wie viele Leute in Alaska sterben, nur weil sie ohne entsprechende Ausrüstung zum Pissen kurz aus dem Haus gegangen sind; das Gedränge gibt wenigstens warm. Zirka 100 gerauchte Zigaretten später entgehe ich mit der Hallenöffnung dem ewigen „haben Sie mal Feuer“ gefrage von Kindern, die bestimmt noch vor einem halben Jahr in der Kita „kannst Du mir mal die Schuhe binden“ gefragt haben.
Bei meinem Anblick entfährt dem Ticketkontrolleur ein: „Daß die zum Sterben jetzt schon hierher kommen“. Es ist einfach scheiße, wenn man mit seiner Anwesenheit den Altersschnitt einer Veranstaltung um 15 Jahre hebt.

Und dann stehst du als 45 jähriger in der 5. Reihe, hörst dich durch 3 (in Worten D R E I) Vorgruppen, überlegst dir schon jetzt, in wie vielen Tagen das Klingeln in den Ohren wieder nach läßt, welche Frequenzbereiche und Amplituden Du in Zukunft nicht mehr hören wirst. Du bist umgeben von kiffenden, pogenden langhaarigen, schwarz gekleideten und mit ersten Tattoos versehenen Bombenlegern und Soziopathen, von denen du fast 90 Prozent gezeugt und 99 Prozent 5 Minuten nach der Geburt wieder erschlagen haben könntest.
Du wünscht Dich an einen gemütlichen und behaglichen Ort wie Kunduz oder Guantanamo. Du erklärst dem Kindchen neben dir, daß das von den jeweiligen Menschen am Mikrofon zum hunderttausendsten mal geschriehene Wort „Fuck“ nicht ein Füllwort ähnlich dem bei uns verwendeten „äh“ ist und sparst Dir dann aber die Bedeutung praktisch zu demonstrieren; auch in Bayern gibt es Gesetze und Staatsanwälte.
Daß Dir Deine Tochter nicht erklären kann was sie da mit abgespreizten Kleinem und Zeigefinger bei sonst geballter Faust wie die anderen Tausend sybolisiert wundert Dich dann natürlich auch nicht mehr.
21.00 Uhr, pünktlich wie die Maurer ist die Hauptgruppe auf der Bühne, Du stellst fest, daß dir schon zum tausendsten mal das Wort “Geil” entfährt, es macht sich eine gewisse Dankbarkeit Dir selbst gegenüber breit. Gute Entscheidung als Alter Sack da hin zu gehen, nein Du bist nicht zu alt für diese Scheiße, Deine Alterskollegen wissen gar nicht was ihnen entgeht

Benny

“Guten Tag, Willkommen bei KFC [kei äf si] mein Name ist Benny, darf ich Ihre Bestellung entgegen nehmen ?”
Hör mal Benny, ich bewundere Dich, Du bist mein Held. Jeden Sonntag Abend stehst Du in dieser zu  Beton und Glas gewordenen Friteusse, liest fleißig Deinen Spruch runter und versuchst freundlich und kompetent jedem noch so undeutlich dahingenuschelten Befehl entgegen zu nehmen. Umgeben von so vielen multikulturellen Kollegen und Kunden, dass New York im Vergleich dazu eine nationale Monokultur darstellt und ich mich nicht mehr traue, das Auto zu verlassen und zum 89 Mal die Türverriegelung überprüft habe und inständig darauf hoffe, daß nicht ausgerechnet jetzt der Motor stehen bleibt, Du behältst den Überblick.
Und wie beim Training zum ???  (da gabs bestimmt ne tollere, vermutlich leicht amerikanisch angehauchte Bezeichnung für “Mann an der Sprechanlage”) gelernt, schaffst Du es mit gezieltem nachfragen mich dazu zu bewegen mich mit Kalorien einzudecken, die einem ausgewachsenen Kodiak Bären reichen würden um Winterschlaf von Anfang August bis Mitte Juni zu halten.
Gerne lasse ich mir von Dir noch einen Zinger, Twister, Wrap oder Salat aufschwatzen, nicht zu vergessen die Pommes oder den halben Maiskolben für nur einen Euro fünfzig mehr. Und Benny sag nochmal coleslaw,  ja ich hätte auch gern den Krautsalat gegessen, wollt mich aber beim Aussprechen nicht blamieren.
Nein Benny, mir geht es bei dem Menü gar nicht um das Getränk, ich freue mich nur jedes Mal, wenn du mich bei meiner (nicht Coca Cola sondern nur)  Cola Bestellung mit “darfs auch eine Pepsi sein” erziehst, wenn Du, Dein Arbeitgeber und Euer Sponsor das noch 98 Jahre machen, werden die doch noch auf ein Marktanteil von 23% bei koffeinhaltiger Limonade kommen.
Danke Benny, für Deine Ruhe, Dein devotes Verhalten, Danke daß Du mir noch nie entgegen gebrüllt hast: “Sauf doch, was Du willst, vorne an der Tanke gibts Alk ohne Ende, den Maiskolben kannst Du dir in den Arsch schieben, Deiner Pickelfresse tät es gut, wenn Du mal 75 Jahre auf fettige Hähnchenfragmente verzichten würdest und ein schönen Tod noch falls man sich hoffentlich nie wieder sieht.”
Danke, Du bist mein Held, weiterhin viel Spass bei Deiner Ausbildung zum Fachmann/Fachfrau für Systemgastronomie.
it’s finger lickin’ good

Freitag, 11. Mai 2012

vertickt

Meine abgelaufene Versicherten Karte, meine Gesundheitskarte also mein AOK-Kärtle habe ich vertickt. Recycling at it’s best. Die Plastikkarte landet nicht im Müll sondern wird fleißig weiter benutzt. Einen Zwanziger gab’s dafür. Ein Zwanziger, viel Geld für einen Fünftklässler. Ihm war es das wert, kann er sich doch jetzt dank des eingebauten Gesundheitschips am Zigaretten Automat als volljährig legitimieren.

Dienstag, 8. Mai 2012

abgesehen

2012-04-28 038…davon, ob die Umwelt mit der Einführung der Umweltzonen in Städten besser wird, wieso dann schon wieder eine Ausnahmegenehmigung ?

kennt

Zu Gast bei SWR1 Leute Ottfried Fischer. Nuschelt und stammelt so vor sich hin. Stuttgart sollte geflutet werden bis zum Vincent Klink. Den kennt er.

Kursaal

2011-04-17 179

…genauer, der Kurpark des Kursaals in Bad Cannstatt, schöner Blick auf Cannstatt. Manche scheinen dafür keinen Blick zu haben.

…wird….mit einer Säure…oder Zitronensaft…erhitzt und danach durch einen Filter aufgezogen…

Sonntag, 6. Mai 2012

Eintritt

…frei. Freien Eintritt in die Staatsgalerie in Stuttgart gibt’s mittwochs und sonntags. Wieso mir das auf- oder eingefallen ist ? Schaut mal auf die Menschenschlange vor dem Gebäude sonntagmorgens kurz vor zehn.
Schwaben.

Konfirmation

Frei entschieden sich konfirmieren zu lassen hatte er sich. Er war bis dahin nicht einmal getauft. Ich bin konfirmiert habe aber vor fünfunddreißig Jahren wohl eher dem Gruppendruck und der Aussicht auf Geschenke nachgegeben als mir groß Gedanken zu machen. Seit langem mal wieder bin ich in einer Kirche. Schade dass es regnerisch und kalt ist.

Heute bin ich Beobachter, bin fast vollständig unbeteiligt, hinten in der letzten Reihe. Es ist ein Ritual. Anderthalb Stunden wird jetzt nach Regeln gehandelt, die ich schon mitgemacht habe. Die Orgel spielt, es holpert, kein fröhlich fliesendes Stück. Der Pfarrer zieht mit den Konfirmanten in die Kirche ein. Die Gemeinde erhebt sich. Man erkennt, dass nur wenige regelässige Kirchgänger im Publikum sind. Man weiß nicht, wann man sich setzten soll, kennt die Lieder nicht, singt kaum mit.

Samstag, 5. Mai 2012

All Inclusive !

…heißt das Programm von Kaya Yanar. Meine Frau hatte sich um Karten gekümmert. Sie konnte nicht wissen, dass ich mir “nie wieder Hohenstaufenhalle” geschworen hatte. 1996 die Ärzte – vom ganzen Konzert damals keine Wort verstanden. Die Halle hat Echos und Reflexionen, dass es im wahrsten Sinne kracht. Dass das Ding jetzt EWS Arena heißt ändert an der Scheiß Akustik nix.
Unnummerierte Plätze wir wollen zur Hallenöffnung da sein, schaffen es auch fast. Die beiden Parkplätze an der Halle sind zwar kostenlos aber voll. Wir parken im Wohngebiet in der Nähe. Zwei riesige Menschen- Warteschlangen vor den Eingängen. Zum Glück hält das Wetter. Einlasskontrolle von einem Milchbubi, der im Jackett mit grüner Krawatte steckt. Er will nur in die Handtasche meiner Frau schauen, ich könnte meinen Bombengürtel behalten, allerdings kein Getränk. Diese stapeln sich am Tisch beim Eingang – keine Getränke, keine Regenschirme mitbringen. Wieso wir Besucher uns dies gefallen lassen ?
Die nächste Schlange an den Verpflegungsständen. Vier oder fünf davon gibt es, Fleischkäs, Wurst- oder Käsewecken und Getränke an einer Stelle gut. Schlecht, dass die Deppenfamilie vor mir als sie an der Reihe ist erst mal überlegt, was sie eigentlich wollen. Dazu wäre in der Viertelstunde anstehen bestimmt auch Zeit gewesen. Deppen wie Überall.
Sowieso das Publikum, mehr die Leute, die mit dir im Flieger zum Ballermann sitzen, weniger die Toskanagänger, mehr die Krawall Fernseh Zuschauer als die Vernissage Geher, mehr die Floischkäs- als die Demeter Esser. Multikulti mit einem deutlich erkennbaren Türken Anteil; wen wundert’s ?
Wieso nicht mal Comedy, wieso immer nur Kabarett ? Diesmal also Comedy. Kurz nach acht geht’s los. Es ist kaum zu verstehen, was Herr Yanar von sich gibt. Die Akustik ist so was von bescheiden, wir erzählen uns gegenseitig, was wir gerade verstanden haben. So etwas ist kein Spass. Kaya Yanar erzählt aus seiner Sicht, als deutscher Türke. Nimmt sich der Sprache und Eigenheiten der anderen Europäer an. Ja es geht fast ausschließlich um die kulturellen und sprachlichen Eigenheiten der Anderen. Wir als Deutsche dürften es eventuell nicht so deutlich aussprechen.
Nach der Pause geht’s dann weltweit über nationale Eigenheiten – ganz nett, wenn man es einmal hört, nicht so genial, dass man es sich wiederholt geben müsste.

Lounge

2012-05-05 12.27.36

…als [laʊndʒ] wird ja neuerdings gerne mal ein exklusiver Wartebereich oder auch eine ruhige exklusive Bar bezeichnet. Diesen Eindruck macht das

2010 to go in Stuttgart.

Ja man hat den Eindruck, man könne hier mal kurz einen Imbiss nehmen ohne dass die Klamotten gleich nach solch einem riechen müssen. Die edle Alternative zum Brunnenwirt auf der anderen Seite nach der Unterführung.

Mit original Hamburger Riesencurrywurst wird geworben. Ich versuch es lieber mit der Oberländer als Curry. Da ich hier esse kann ich nach der Bestellung Platz nehmen, das Essen wird von der überaus freundlichen Bedienung gebracht. Nobel auf Porzellan serviert, die Wurststücke mit Currysauce übergossen, dazu ein Brötchen. Ich nehme das Besteck und probiere. Es schmeckt, hat aber mit einer Currywurst nichts zu tun.

Am ehesten erinnert mich das Ganze an einen Asia-Imbiss, die Soße zu süß, viel zu süß. Schärfe ist auch zu spüren, kommt aber erst im Abgang zu tragen und kann sich nicht durch diese Süße durchsetzen. Eine Sauce ohne Honig, auf Ketchup Basis wäre mir lieber gewesen. Den Wurststückchen fehlt das letzte Quantum Biss, sie  sind leicht teigig.Das Brötchen ist knackig ohne zu gut oder zu gesund zu schmecken so muss es sein. 2,70 möchte die Dame von mir – dafür bekomme ich bei der amerikanischen Kaffee Kette weniger.

Fazit:
Ich hatte etwas gegessen, das sie Currywurst nannten. Dieses Etwas war gar nicht mal schlecht, hat aber mit der Wurst nichts gemein. Dazu das coole bis sterile Ambiente, das mir dann auch zu schnieke war. Da lob ich mir eine richtige Wurst, aus einer leicht versifften Bude, das ist ehrlicher.